Usbekischer Markt gewinnt trotz wirtschaftlicher Hürden an Attraktivität

Usbekistans Wirtschaft befindet sich im Reformstadium. Die Regierungsbestrebungen hin zu einer modernen Wirtschaft manifestieren sich unter anderem in gezielten Strategien zur Verbesserung des Investitionsklimas. Ein aktuelles Regierungsdekret beschleunigt den Prozess.

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Bisherige Reformmaßnahmen haben in den letzten Jahren zur Entstehung von mehr als 20 Freihandelszonen und über 140 kleine Industriezonen geführt. Allein in diesen Industriezonen, in denen Wirtschaftsprojekte mit einem Gesamtwert von über 50 Millionen Euro realisiert wurden, konnten 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich im Jahr 2018 laut Weltbank auf rund 625 Millionen US-Dollar.

Zur Entwicklung und Etablierung der Freihandelszonen hat die Regierung günstige gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen, die Investoren in der Republik Usbekistan vorteilhafte Steuer-, Währungs- und Zollregelungen, vereinfachte Verfahren für die Einreise, den Aufenthalt und die Ausreise sowie die Erlaubnis zur Ausübung von Arbeitstätigkeiten durch Nichtansässige einräumen. So genießen Residenten beispielsweise eine Steuerbefreiung. Dasselbe gilt für Zölle auf Warenimporte. Die Vorteile werden je nach Investitionsvolumen für einen Zeitraum zwischen drei und zehn Jahren gewährt. Zudem engagiert sich die Regierung beim Ausbau der Infrastruktur in den entsprechenden Zonen und investiert in die Strom-, Gas- und Wasserversorgung, die Abfallentsorgung sowie die Verkehrsinfrastruktur.

Die Entwicklungsziele sind klar: Eine effiziente Nutzung der Landesressourcen sowie eine Diversifizierung der Wirtschaft hin zur Herstellung von Hightech-Produkten. In Kooperation mit ausländischen Unternehmen soll die Wettbewerbsfähigkeit der usbekischen Wirtschaft gesteigert werden. Um sich von der Rohstoffabhängigkeit zu lösen, soll die verarbeitende Industrie zudem gezielt gefördert werden. Besonders Produkte der Bereiche Elektrotechnik, Maschinenbau, Chemie und Petrochemie, Pharma, Lebensmittelverarbeitung und Baumaterialien sind in diesem Zusammenhang gefragt.

Der wirtschaftliche Aufschwung zeigt sich in jüngsten Zahlen: Nach Angaben der usbekischen Zentralbank betrug das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 5,8 Prozent. Für 2020 ist ein Wachstum von bis zu sechs Prozent prognostiziert. Auch wenn das 2017 gestartete Programm zur Marktöffnung und Wirtschaftsförderung erste Früchte trägt, stehen viele Umstrukturierungen noch in den Startlöchern und wurden bisher nicht hinreichend umgesetzt. Mit dem guten Wirtschaftsausblick wächst jedoch auch das Geschäftspotenzial, weshalb es sich für ausländische Investoren lohnt, den usbekischen Markt im Blick zu behalten. // UzDaily, The Korea Times, Germany Trade & Invest