China bleibt wichtigster Messeplatz Asiens

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die chinesische Messe- und Kongresswirtschaft sehr dynamisch entwickelt. Investitionen in Milliardenhöhe in die Infrastruktur und den Neu- und Ausbau von Messegeländen haben dazu geführt, dass sich China zum wichtigsten Messeplatz Asiens entwickelt hat und diese Position unbestritten behauptet. Insbesondere in den Städten wie Peking und Shanghai ist die Professionalität der Messeveranstalter hoch, vor allem wegen der zahlreichen internationalen Kooperationen. Der wichtigste Messestandort ist Shanghai. Verglichen mit allen Städten in China gibt es hier die meisten Messegelände, darunter zwei der größten Messeplätze des Landes. Dies geht aus dem aktuellen AUMA-Länderbericht „Messemarkt China“ hervor, der Mitte August veröffentlicht wurde.

Die China International Import Expo (CIIE) wurde erstmals im November 2018 auf dem Messegelände National Exhibition and Convention Center (NECC) in Shanghai durchgeführt. An der Mehrbranchenmesse beteiligten sich rund 3.600 Unternehmen aus über 150 Ländern, darunter 170 Unternehmen aus Deutschland. Foto © 2017 China International Import Expo Bureau Rights Reserved

Mit vielen, aber qualitativ sehr unterschiedlichen Messeangeboten bleibt Chinas Messemarkt jedoch weiterhin unübersichtlich, und das ist derzeit noch immer das größte Problem der Branche, so ein Fazit im Länderbericht. Ein weiteres Problem ist die Auslastung der vorhandenen Messegelände. Insbesondere in Zentral- und Westchina sind mit staatlicher Förderung („Go West“-Initiative) zahlreiche neue Fazilitäten entstanden, die aber nur schwer auszulasten sind.

Die Belt and Road Initiative hat ebenfalls großen Einfluss auf die chinesische Messewirtschaft. So führen chinesische Veranstalter verstärkt Messen und Messebeteiligungen in den Ländern durch, die über die Neue Seidenstraße miteinander verbunden werden sollen. 2018 setzten 76 chinesische Messeveranstalter Beteiligungen an 718 Messen in 33 Ländern um. Das entspricht einem Plus von rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Messen waren als Mehrbranchen- und Maschinenbaumessen klassifiziert. Mit einer Steigerung um 19 Prozent gegenüber 2017 wurde das Gros der messebezogenen Projekte in Russland realisiert.

2018 befanden sich von den 28 größten Messezentren Chinas mit einer Kapazität ab 100.000 Quadratmetern Hallenfläche fünf in den führenden Messezentren Peking, Shanghai und Kanton. Gleichzeitig erreichten elf Messeplätze eine Kapazität ab 200.000 Quadratmetern, davon jeweils zwei in Shanghai und Kanton.

Für das laufende Jahr prognostiziert der „Annual Report on China’s Exhibition Industry 2018“ eine Erweiterung der Hallenflächenkapazitäten um 1,5 Millionen Quadratmeter, für die nächsten drei bis fünf Jahre sogar um zusätzliche zwei Millionen Quadratmeter. Im Mittelpunkt stehen dabei die Regionen Beijing-Tianjin-Hebei (JingJinJi), Zentralchina (Zhengzhou, Jinan), das Jangtsedelta (Shanghai, Hangzhou), Shenzhen im Perlflussdelta sowie Westchina (Xi’an, Lanzhou). Noch in diesem Jahr soll zum Beispiel das Shenzhen World Exhibition & Convention Center eröffnet werden, das nach einer zweistufigen Bauphase 500.000 Quadratmeter überdachte Ausstellungsfläche erhält. Damit wird das Gelände zum weltweit größten Messezentrum mit Freizeit-, Erholungs- und Einkaufsmöglichkeiten.