BME baut Procurement-Plattform in Westchina auf

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) will seinen Mitgliedern den Zugang zu potenziellen Lieferanten im Südwesten Chinas erleichtern. Dort hat der Einkäuferverband Ende Juli den Zuschlag für ein von der Provinz Sichuan und der Stadt Chengdu (Kreis Pujiang) gefördertes Projekt erhalten. Dabei kooperiert der BME mit der IAIT-Institut für Automatisierung und Industrie Technologie GmbH (IAIT) sowie mit Regierungsorganisationen der Provinz Sichuan und der Stadt Chengdu/Pujiang. Involviert in das Projekt ist auch die Sino-German (Pujiang) SME Cooperation Zone.

Hauptthema des „2. Sino-German Procurement 4.0 Summit“, der im Juli 2018 in Chengdu stattfand, war die Neue Seidenstraße. Foto: BME China

„BME und IAIT werden gemeinsam mit ihren chinesischen Partnern zunächst die Potenziale des westchinesischen Beschaffungsmarktes ermitteln. Später sollen dann Lieferanten der Region mit interessierten Unternehmen zusammengeführt werden“, stellt BME-China-Beauftragter Riccardo Kurto das Konzept vor, das unter dem Motto „Beschaffungsnachfrage trifft auf Angebote der Region“ steht. Dafür werde derzeit eine onlinebasierte „Sino German Procurement Platform“ aufgebaut, so Kurto. Für das recht ambitionierte internationale Projekt mit unterschiedlichen Projektbeteiligten gebe es einen internen Projektplan, so Kurto, ein konkretes Datum für den Start der Plattform lasse sich derzeit aber nur schwer festlegen. „Grundsätzlich streben wir an, Ende 2019/Anfang 2020 mit eine Beta-Version online zu gehen. Sollte es früher realisiert werden können, wären wir nicht unzufrieden.“

Die Plattform richtet sich an Unternehmen, die eine neue Option bei ihren China-Sourcingaktivitäten angehen möchten, aber auch an Unternehmen, gerade aus dem KMU-Segment, die erstmals beabsichtigen, benötigte Teile und Komponenten in China zu beschaffen.

Chengdu ist nicht nur eine rasch wachsende Wirtschaftsregion, sondern auch ein wichtiger Knotenpunkt auf der Neuen Seidenstraße.  Im Juli 2018 hatte der BME dort gemeinsam mit IAIT den zweiten  „Sino-German Procurement 4.0 Summit“ organisiert.  Damals sei es gelungen, die mitgereisten Einkäufer namhafter deutscher und europäischer Industrieunternehmen, darunter Reyher, Airbus, FCA, Schaeffler und Phoenix Contact, für Geschäftsmöglichkeiten im Westen Chinas zu sensibilisieren. Die dritte Auflage der Veranstaltung findet Ende Oktober dieses Jahres statt. Dann geht es um das Thema Freihandel und neue Möglichkeiten für Beschaffung und Lieferketten.