Kapitalabfluss wächst im ersten Halbjahr 2019

Verantwortlich für den Kapitalabfluss sind in erster Linie die russischen Banken.

Kapitalabfluss in Russland wächst im ersten Halbjahr: verantwortlich für den Kapitalabfluss sind in erster Linie die russischen Banken. Foto: iStock © selensergen

MOSKAU. Zwischen Januar und Juli hat sich nach Angaben der russischen Zentralbank der Netto-Kapitalabfluss aus Russland auf rund 25 Milliarden Euro erhöht. Im Vorjahreszeitraum belief sich diese Summe auf rund 15 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung um fast 70 Prozent. In einer aktualisierten Prognose geht die russische Zentralbank bei einem durchschnittlichen Ölpreis von 65 Dollar pro Barrel jedoch davon aus, dass der Kapitalabfluss bis Jahresende 45 Milliarden Euro nicht übersteigt. Demnach würde sich der Geldabfluss im Verlauf des Jahres stabilisieren.

Die Dynamik des Netto-Kapitalabflusses ist laut russischer Zentralbank maßgeblich auf den Bankensektor zurückzuführen: Während sich die Ein- und Ausfuhrbilanzen in anderen Bereichen eher ausgeglichen zeigen, legten Banken vermehrt Kapital im Ausland an. Hohe Kapitalabflüsse können langfristig zur Währungsabwertung, zu einer erschwerten Kreditvergabe und einem Rückgang der Investitionen führen. // Vedomosti