Ärger um Nord Stream 2

Dänemarks Widerstand und drohende US-Sanktionen verzögern die Inbetriebnahme der neuen Ostsee-Pipeline.

Dänemarks Widerstand und drohende US-Sanktionen verzögern die Inbetriebnahme von Nord Stream 2. Foto © Nord Stream 2_Axel Schmidt

MOSKAU. Eigentlich sollte die neue Gaspipeline Nord Stream 2 Ende 2019 fertiggestellt sein. Aufgrund einer angeforderten Umweltprüfung der mittlerweile dritten Bauvariante durch Dänemark könnte sich die geplante Inbetriebnahme bis zu acht Monaten verzögern. Ein Abschnitt der Pipeline führt unter anderem durch dänische Gewässer und erfordert dementsprechend eine Genehmigung. Der durch die Verzögerung entstehende Schaden könnte sich auf bis zu 660 Millionen Euro belaufen. Darüber hinaus sind Auswirkungen auf die europäischen Verbraucher zu befürchten, die eine Prämie für teureres Flüssiggas zahlen müssten. Das Nord-Stream-2-Projekt des russischen Energieriesen Gazprom soll künftig jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas von Russland nach Deutschland transportieren.

Die deutsche Wirtschaft warnt zusätzlich vor möglichen US-Strafmaßnahmen. Derzeit kursiert ein Sanktionsentwurf gegen Nord Stream 2, der nicht nur europäischen Ländern selbst, sondern auch deren Beziehung zu den USA immens schaden würde. Der Gesetzentwurf wurde bereits vom Auswärtigen Ausschuss im US-Senat genehmigt. Zum Inkrafttreten fehlen noch die Zustimmungen der beiden Kongresskammern und von US-Präsident Trump. // Vedomosti, DPA