Kasachstan: Regierung verabschiedet Roadmap zur Investitionssteigerung

Kasachstan will den Bruttozufluss ausländischer Direktinvestitionen von derzeit rund 24 Milliarden US-Dollar im Jahr auf 34 Milliarden US-Dollar bis 2025 steigern. Einen entsprechenden Fahrplan zur Steigerung der Investitionsattraktivität hat die Regierung Ende Juli 2019 unter dem Vorsitz von Premierminister Askar Mamin beschlossen.

Kasachstan will den Bruttozufluss ausländischer Direktinvestitionen von derzeit rund 24 Milliarden US-Dollar im Jahr auf 34 Milliarden US-Dollar bis 2025 steigern. Foto: iStock © huseyintuncer

Das Wirtschaftsministerium wurde zudem damit beauftragt, halbjährlich Bericht über die ergriffenen Maßnahmen und die Fortschritte zu erstatten. „Die Entwicklung der Wirtschaft hängt direkt mit der Gewinnung von Investitionen zusammen. Es ist notwendig, neue Nischen zu erschließen und Mechanismen zu schaffen, um Investitionen anzuziehen“, begründet Premierminister Mamin die neue Initiative.

Im Fokus der Maßnahmen stehen die Bereiche Verkehr und Logistik, Energie, Tourismus, Infrastruktur, Gesundheitswesen und Bildung. Kasachische Regierungsbehörden, Regionalverwaltungen und Holdinggesellschaften werden aufgefordert, die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern zu intensivieren. Im Zuge der Initiative wurde unter anderem der 53-jährige Jurist Baurzhan Sartbayev zum neuen Vorstandsvorsitzenden von Kazakh Invest, der staatlichen Investment-Organisation des Landes, ernannt.

Die kasachische Regierung hofft, dass zusätzliche Investitionen auch technologisches Know-how ins Land holen und dadurch die Diversifizierung der heimischen Wirtschaft weiter vorantreiben. Parallel dazu sollen die Rahmenbedingungen für die Vertiefung der Wertschöpfung vor Ort verbessert werden. Gleichzeitig setzt man auf die Privatisierung von Staatsbetrieben. Momentan konzentrieren sich ausländische Investitionen überwiegend auf den Rohstoffsektor, vor allem auf die Erdöl- und Erdgasförderung.

Positive Impulse kommen derzeit vor allem von chinesischen Investitionsprogrammen. Kasachstan platziert sich bewusst als ein Logistikhub zwischen China und Europa. Deutschland liegt mit insgesamt rund 550 Millionen US-Dollar lediglich auf Rang 18 unter den ausländischen Investoren – überwiegend investieren deutsche Unternehmen in den Baustoffsektor, den Handel, die Infrastruktur und Chemieindustrie.

Zugleich steht Kasachstan für rund 80 Prozent des Handelsumsatzes Deutschlands mit der Region Zentralasien. Damit ist das Land mit weitem Abstand vor Usbekistan der regionale Handelspartner Nummer eins für die deutsche Wirtschaft. 2018 konnte der bilaterale Handel beider Länder erneut Zuwächse verzeichnen: Vor allem die deutschen Exporte wuchsen deutlich um 11,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Deutschland ist nach Russland und China drittgrößtes Lieferland.