Auf dem Weg in eine grüne Zukunft: Regenerative Energien in Kasachstan

Kasachstan nutzt kaum natürliches Potenzial und will mithilfe ausländischer Investoren jetzt seinen Markt für erneuerbare Energien ausbauen.

Kasachstan nutzt kaum natürliches Potenzial und will mithilfe ausländischer Investoren jetzt seinen Markt für erneuerbare Energien ausbauen. Foto: iStock © Yerbolat Shadrakhov

Der Standort Kasachstan eignet sich aufgrund seiner weiten Flächen, der geringen Bevölkerungsdichte und der zahlreichen Sonnentage hervorragend für den Einsatz erneuerbarer Energien (EE). Jedoch basiert die Energieversorgung des Landes wegen des sowjetischen Erbes immer noch weitgehend auf Kohle. Bisher ist der Energieverbrauch im Verhältnis zum BIP zudem bis zu dreimal höher als in Industrieländern. Der Grund sind veraltete technische Anlagen und Ausrüstungen. Vor diesem Hintergrund hat im Juni 2013 der kasachische Präsident ein Konzept zur Entwicklung einer „Green Economy“ vorgelegt. So haben energiesparende Technologien, der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz in den letzten Jahren in Kasachstan schrittweise an Bedeutung gewonnen. Geht es nach der Regierung, sollen bis Ende 2020 in Kasachstan 106 Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 3.000 Megawatt (MW) in Betrieb genommen werden.

Ausländische Investoren nutzen Potenzial

Im Bereich der erneuerbaren Energien dominiert heute die Wasserkraft. Ausländische Investoren beteiligen sich an der Transformation des Sektors und fördern insbesondere Projekte im Bereich der Solar- und Windenergie. So plant Promondis Kazakhstan, Teil der deutschen Promondis-Energy-GmbH-Gruppe, aktuell den Bau einer Solaranlage mit einer Gesamtleistung von 50 MW in der kasachischen Region Almaty. Das Projekt im Wert von umgerechnet 106 Millionen Euro soll im Industriegebiet Kazbek Bek entstehen und im Jahr 2020 den Betrieb aufnehmen.

Ein weiteres Beispiel ist die Firma Total Eren aus Frankreich, die derzeit zwei Photovoltaik-Projekte in Kasachstan realisiert. Der Solarpark Nomad (28 MW) wird durch Kredite der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) finanziert. Auch an der zweiten Anlage, dem 100-Megawatt-Solarkraftwerk M-Kat in der Region Schambyl beteiligt sich die EBRD sowie die Asian Development Bank mit Darlehen im Wert von rund 80 Millionen Euro. In den kommenden 15 Jahren soll der Strom beider Anlagen vom kasachischen Abrechnungs- und Finanzzentrum abgenommen werden. Beide Projekte werden noch im laufenden Jahr fertiggestellt.

Auch der deutsche Projektierer Green Energy 3000 aus Leipzig hat bereits den Baubeginn einer Photovoltaik-Anlage im Süden Kasachstans verkündet. Das Solarkraftwerk soll ebenfalls 2019 fertiggestellt werden und eine Gesamtleistung von 50 MW haben. Der Park entsteht auf einer Fläche von über 60 Hektar und soll über ein neu errichtetes Umspannwerk an das öffentliche Netz angeschlossen werden. Eigentümer des Projekts ist der chinesische Konzern Risen Energy.

Darüber hinaus beteiligt sich China auch auf anderen Feldern aktiv am kasachischen Energiemarkt: Der Energiekonzern POWERCHINA wird in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls chinesischen Turbinenhersteller Goldwind die intelligente Windturbine GW130 mit 2,5 MW in Kasachstan einführen. Bei einem Windkraftprojekt in der kasachischen Stadt Shelek sollen 24 dieser modernen Turbinen zum Einsatz kommen, durch die in Zukunft jährlich über 200 Millionen Kilowattstunden sauberer Strom gewonnen werden können.

Die Zukunft soll grün sein

Am 25. September 2019 wird die kasachische Hauptstadt Nur-Sultan zum Gastgeber des dritten Internationalen Gipfels für erneuerbare Energien. Rund 300 Delegierte werden hier über neue, nachhaltige Energiequellen und die grüne Zukunft des Landes beraten. Ziel des Gipfels ist es auch, weitere internationale Entwickler, Investoren und Technologieanbieter auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien sowie führende Experten aus der ganzen Welt für den Erfahrungsaustausch und die Implementierung neuester Technologien in Kasachstan zu gewinnen. Vor allem werden aber qualifizierte Fachkräfte und professionelles Know-how benötigt. Deutsche Unternehmen genießen in Kasachstan einen herausragenden Ruf mit Blick auf technisches Wissen, Qualität und Innovation. Da der Staat zudem profitable Bedingungen für qualifizierte Investoren schafft, kann sich ein Markteinstieg im Bereich erneuerbarer Energien derzeit als ausgesprochen günstig erweisen.