EU setzt verstärkt auf Zentralasien

Politische Stabilität, Wohlstand und bessere Zusammenarbeit: Auf diesen drei Punkten liegt der Fokus der Europäischen Union für ihr künftiges Engagement in Zentralasien. Diese Ziele wurden vergangene Woche beim 1. EU-Central Asia Forum in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek von beiden Seiten bekräftigt.

Im Zusammenhang mit dem Treffen der Außenminister der zentralasiatischen Länder und der EU fand 1. EU-Central Asia Forum statt. Foto: iStock © 35007

Das Forum fand im Zusammenhang mit dem Treffen der Außenminister der zentralasiatischen Länder und der EU statt, die am 5. und 6. Juli in der Hauptstadt Kirgisistans zusammenkamen. Im Fokus des Treffens stand die Stärkung der Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und Zentralasien, die erfolgreiche Vernetzung im Bereich des Handels sowie die Erweiterung der intraregionalen Zusammenarbeit. Ein besonderes Augenmerk lag neben der Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen auf Sicherheitsfragen – besonders im Bereich des Grenzmanagements, wie das usbekische Außenministerium mitteilte. Zudem wurde die Gründung eines Wirtschaftsforums zwischen der EU und Zentralasien erörtert.

Bereits 2007 hatte die Europäische Union unter deutscher Ratspräsidentschaft eine Strategie für Zentralasien ausgearbeitet. Die aktuellen politischen Entwicklungen in der Region haben nach Einschätzung der EU nun eine Neuauflage erforderlich gemacht. Tatsächlich hat die Zusammenarbeit beider Regionen an Dynamik gewonnen. Vor allem unter dem neuen Präsidenten Usbekistans wurden in den vergangenen Jahren konkrete Schritte für mehr regionale Kooperation unternommen.

“Die positive regionale Dynamik in Zentralasien und die Forderung nach einer engeren Zusammenarbeit mit der Europäischen Union bieten eine erhebliche Chance für eine engere und stärkere Partnerschaft”, sagte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini. Unter anderem sollen mit deutscher Unterstützung 20 Millionen Euro in ein neues Wasserkraftwerk in Tadschikistan investiert werden, um dem Land neue Möglichkeiten zu eröffnen, die steigende Nachfrage nach Energie im Land zu befriedigen und überschüssigen Strom in andere Länder der Region zu exportieren. Zudem hat die EU ein 36-Millionen-Euro-Programm zur Unterstützung des Bildungssektors in Kirgisistan aufgelegt. Insgesamt wird die Europäische Union  zwischen 2014 und 2020 über eine Milliarde Euro in der Region investieren.

Im Vorfeld des Forums hatte Mogherini am 6. Juli in Turkmenistan als letztem Land Zentralasiens eine EU-Vertretung eröffnet.

dk