Agrarministerin setzt sich für Marktöffnung ein

BERLIN/PEKING. China ist für Deutschlands Ernährungsindustrie der größte Absatzmarkt außerhalb der EU. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Lebensmittel im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro nach China exportiert. Damit ist der Lebensmittelexport nach China in den vergangenen zehn Jahren um das Zwölffache gewachsen, so die Zahlen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE).

Bundesministerin Julia Klöckner mit ihrem chinesischen Amtskollegen Han Changfu nach der Unterzeichnung des bilateralen Abkommens, Quelle: BMEL
Bundesministerin Julia Klöckner mit ihrem chinesischen Amtskollegen Han Changfu nach der Unterzeichnung des bilateralen Abkommens, Quelle: BMEL

Die beliebtesten Exportprodukte sind Fleisch und Fleischprodukte, Milch und Milcherzeugnisse, Backwaren und andere Zubereitungen aus Getreide, Bier, Wein sowie Kakao und Kakaoerzeugnisse. Das Potenzial für den bilateralen Handel ist jedoch noch längst nicht ausgeschöpft, denn bisher dürfen zum Beispiel deutsche Äpfel oder deutsches Rindfleisch nicht nach China eingeführt werden.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner, absolviert vom 13. bis 16. Juni einen Chinabesuch. Begleitet wird die Ministerin von einer Delegation aus Vertretern von Unternehmen und Verbänden der Land- und Ernährungswirtschaft.

Um die Aspekte Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit in den bilateralen Kooperationen zu fördern, unterzeichnete Bundesministerin Klöckner gemeinsam mit ihrem chinesischen Ministerkollegen eine Vereinbarung. Damit wird eine Absprache der jüngsten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen, die in Deutschland stattfanden, umgesetzt. Im Rahmen ihres Besuchs wurde außerdem ein bilaterales Doktorandenprogramm zum Ausbau des Wissenstransfers zwischen den beiden Ländern angestoßen.

Im Rahmen ihrer Gespräche in Peking setzte sich Klöckner vor allem auch für die Aufhebung von Handelshemmnissen ein. Ihr Fazit nach den Gesprächen mit dem chinesischen Landwirtschaftsminister: „China ist ein Land mit großem Potenzial für unsere Land- und Ernährungswirtschaft. Deutsche Produkte haben einen hervorragenden Ruf in China. Ich konnte mich in Peking erfolgreich dafür einsetzen, dass die bisherigen Hürden im Handel abgebaut werden. Die chinesische Seite hat zugesagt, insbesondere für Rindfleisch die entsprechenden Verfahren zu beschleunigen.“

Weitere Themen während der Reise sind Forstmanagement und die Einführung der sogenannten e-Zertifizierung, die die aktuell genutzten Papierformulare beim Export tierischer Produkte ersetzen wird. Die Pilotphase dieser e-Zertifizierung wurde gemeinsam mit der Hauptzolladministration am Freitag (14. Juni 2019) gestartet.