Neue Sanktionen gegen iranische Petrochemieindustrie „politische Theatralik“

Die neuen US-Sanktionen gegen den iranischen Petrochemiesektor seien eine „politische Theatralik“, die sich nicht auf die petrochemische Produktion des Iran und die Exporte auswirken werden, behauptete der iranische Vizeölminister und Geschäftsführer der iranischen National Petrochemical Company (NPC).

Shazand Petrochemical Arak Petrochemical / Author: Miladfarhani / Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license / Quelle: wikimedia

In einem Gespräch mit Reportern am Montag (10. Juni 2019), sagte Behzad Mohammadi, dass Sanktionen nichts Neues für die petrochemische Industrie des Iran seien, und dass dieser Sektor ohnehin von den Restriktionen durch die Embargos betroffen war, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Shana.

„Die Sanktionen gegen die Petrochemieindustrie würden unsere Produktion und unseren Export nicht wesentlich beeinflussen. Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Entwicklung des Sektors ohne Rücksicht auf die Sanktionen“, sagte der Vizeölminister.

Die Vereinigten Staaten verhängten am Freitag, den 7. Juni, Sanktionen gegen die Persian Gulf Petrochemical Industries Company (PGPIC), Irans größte petrochemische Holdinggruppe, mit dem Ziel, eine weitere Quelle der Einnahmen des Iran auszutrocknen, um so den Druck auf das Land zu erhöhen.

OFAC, die Kontrollbehörde des amerikanischen Finanzministeriums, teilte in einer Erklärung mit, dass sie das Netzwerk der PGPIC-Gruppe mit 39 Tochtergesellschaften petrochemischer Unternehmen und ausländischen Handelsvertretern sanktioniert habe.

Der iranische Petrochemiesektor ist schon seit letztem November, als die US-Sanktionen wieder in Kraft getreten sind, von den Embargos betroffen. Aber die Sanktionen vom November galten laut Experten für bestimmte Petrochemikalien. So hat es angesichts der Vielzahl von Produkten – darunter Harnstoff, Ammoniak und Methanol – eine gewisse Unklarheit gegeben, die es dem Iran ermöglichte, den Verkauf fortzusetzen. Doch am 7. Juni 2019 hat das US-Finanzministerium die Beschränkungen verschärft, indem es Unternehmen verbot, Geschäfte mit Irans größtem petrochemischem Konzern, der PGPIC-Gruppe, zu tätigen. Nach Ansicht von einigen Fachleuten haben diese neuen Sanktionen jedoch eher symbolische Bedeutung. Auch die Märkte in Iran blieben nach diesen neuen Sanktionen stabil, was nach Ansicht von Analysten ein Indiz dafür ist, dass die praktische Wirkung der Sanktionen schon in den letzten Monaten verpufft ist.

Der Iran hat sich in den vergangenen Monaten bemüht, den Export petrochemischer Grundstoffe zu steigern und neue Märkte zu erschließen, um damit den Rückgang der Ölverkäufe auszugleichen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge verkauft Teheran seit der Wiedereinführung von Sanktionen gegen iranische Ölexporte im November 2018 erhöhte Mengen petrochemischer Produkte zu unterdurchschnittlichen Preisen in Ländern wie Brasilien, China und Indien.