Der Vermittler aus Tokio

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe wird nach Berichten von japanischen Medien am 12. Juni 2019 zu einem zweitägigen Besuch nach Teheran reisen. Auf dieser Reise plant Abe sich mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani und mit dem Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei zu treffen, in der Hoffnung, zwischen Washington und Teheran zu vermitteln, berichtete die japanische Zeitung Mainichi Shimbun.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe wird nach Berichten von japanischen Medien am 12. Juni 2019 zu einem zweitägigen Besuch nach Teheran reisen. Foto: Chairman of the Joint Chiefs of Staff / Lizenz: CC BY 2.0 / Quelle: Flickr

Der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi bestätigte in einem Interview mit dem japanischen Fernsehsender NHK, dass sich Abe auch mit Ayatollah Khamenei trifft. Er hoffe, dass der Besuch von Abe zur Reduzierung der Spannungen in der Region beitragen werde, so Araghchi.

Japan unterhält seit langem strategisch gute Beziehungen zum Iran, der stets zu den wichtigsten Öllieferanten für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt gehörte.

Es ist aber das erste Mal, dass sich der japanische Ministerpräsident und das iranische Staatsoberhaupt  treffen. Die letzte Reise eines japanischen Ministerpräsidenten nach Iran fand 1978 statt, also noch vor der Islamischen Revolution.

Die Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten haben sich verschärft, seit die USA das mit Teheran unterzeichnete Atomabkommen von 2015 aufgekündigt und die zuvor im Rahmen des Abkommens aufgehobenen Sanktionen wieder aktiviert haben. Inmitten dieser Spannungen hat sich Abe als Vermittler zwischen den beiden Ländern etabliert. Eine Position, die Donald Trump begrüßt. Der US-Präsident hatte schon vor einer Woche auf seiner Reise nach Japan seine Gesprächsbereitschaft mit Iran signalisiert und auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Shinzo Abe dessen Bereitschaft, in dem Konflikt mit Iran vermitteln zu wollen, begrüßt. „Ich weiß genau, dass der Premierminister der Führung des Iran sehr nahe steht, und wir werden sehen, was passiert“, sagte Trump in Tokio.