Türkei und Iran arbeiten an einem Finanzmechanismus

TEHRAN. Der Iran und die Türkei arbeiten an einem Finanzmechanismus, um die US-Sanktionen  zu umgehen. Das gab laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars der iranische Botschafter in der Türkei, Mohammad Farazmand, bekannt.

Mohammad Javad Zarif während der Münchener Sicherheitskonferenz 2019 / Urheber: Balk /MSC / Lizenz: Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 3.0 Deutschland“ / Quelle: wikimedia

„Der Iran exportiert Gas in die Türkei, und wir brauchen einen neuen Mechanismus, um Finanztransaktionen über unsere nationalen Währungen zu erleichtern“, sagte Farazmand und fügte hinzu, dass die beiden Nachbarländer auch an der Gründung einer gemeinsamen Bank arbeiten.

Zuvor hatte der iranische Außenminister Javad Zarif schon angekündigt, dass Teheran und Ankara beschlossen haben, einen Mechanismus ähnlich dem von der EU vorgeschlagenen INSTEX einzuführen, um die bilateralen Handelsbeziehungen weiter auszubauen und zu erleichtern.

Die USA haben Ende April die Sonderregelungen aufgehoben, die es der Türkei und anderen sieben Ländern erlaubten, weiter Erdöl aus dem Iran zu importieren. Die Türkei ist aber weiter daran interessiert, mehr Gas aus Iran einzuführen.

Der Handel zwischen dem Iran und der Türkei ging in den ersten vier Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 2,886 Milliarden USD zurück. Die türkischen Exporte in den Iran gingen von Januar bis April 2019 gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 793 Millionen USD zurück.