Reuters: Tankwagen entladen iranisches Heizöl in chinesischem Hafen

PEKING. Ein Tanker mit iranischem Heizöl hat sein Ziel in einem chinesischen Hafen erreicht und seine Ladung in Lagertanks abgeladen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung von Shipping-Daten auf Refinitiv Eikon.

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Die Entladung von 130.000 Tonnen Heizöl wurde Reuters von einem Mitarbeiter des Öllagers in Zhoushan bestätigt. Ein anderer bestritt jedoch, dass die Ladung aus dem Iran sei, da das Terminal in Zhoushan bereits vier Jahre lang kein iranisches Öl mehr erhalten habe.

Reuters zufolge sollen iranische Exporteure einen Schiff-zu-Schiff-Transfer der Fracht vor der Küste vorgenommen und gefälschte Dokumente verwendet haben, die besagen, dass es sich bei den Ladungen um irakisches Öl handele, um US-Sanktionen zu umgehen.

Die Exporte erfolgen zwei Wochen, nachdem die US-Regierung die Ausnahmeregelungen von acht Ländern, darunter auch China, für Öl-Sanktionen auslaufen ließ. Zudem zu einem Zeitpunkt, wo die Spannungen im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China wieder zugenommen haben. Allerdings waren Raffinerieprodukte wie Heizöl, das hauptsächlich für den Antrieb von Schiffsmotoren und die Stromerzeugung verwendet wird, nicht von den befristeten Ausnahmeregelungen, den sogenannten „Waivers“, erfasst.

China hatte angekündigt, sich nicht an die US-Sanktionen gegen Iran zu halten. Dennoch haben die staatlichen Raffinerien, CNPC und Sinopec, nach dem Auslaufen der Waivers offiziell Aufträge für iranisches Rohöl ausgesetzt.