IWF: US-Sanktionen werden Iran deutlich treffen

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DUBAI. Die US-Sanktionen treiben dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge die Inflationsrate in Iran noch weiter in die Höhe. Diese könnte in diesem Jahr auf 40 Prozent steigen, prognostizierte der IWF. Die derzeitige Inflationsrate beträgt laut dem iranischen Statistikzentrum 30 Prozent. Die erneute Verhängung von US-Sanktionen und die Aufhebung der Ausnahmeregelungen bei den Öl-Exporten „werden sich eindeutig negativ auf die iranische Wirtschaft auswirken, sowohl was das Wachstum als auch was die Inflation angeht“, sagte der für die Region zuständige IWF-Experte Jihad Azour der Nachrichtenagentur Reuters.

Zudem dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Ansicht des Experten um rund sechs Prozent schrumpfen, nachdem die Wirtschaftsleistung bereits 2018 um 3,9 Prozent gesunken war.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai vergangenen Jahres das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und anschließend im August und November harte Sanktionen gegen das Land verhängt. Sie zielen unter anderem auf die für den Iran wichtigen Einnahmen aus dem Öl-Geschäft ab.

Auch die Landeswährung Rial verlor im vergangenen Jahr mehr als 60 Prozent ihres Wertes. Der offizielle iranische Rial-Kurs wird auf 42.000 IRR zum US-Dollar festgelegt, jedoch lag der Marktkurs  am Sonntag bereits bei rund 150.000 Rial. Iran sollte daran arbeiten, die derzeit bestehende Lücke zwischen dem Marktwechselkurs und dem offiziellen Wechselkurs zu schließen, sagte Azour. „Durch die Angleichung der Markt- und offiziellen Kurse wird die Inflation gebändigt und kontrolliert und der Druck auf den Wechselkurs verringert“, empfahl der Experte im Gespräch mit Reuters.