In eigener Sache

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In der vergangenen Woche haben wir unsere Leser aus aktuellem Anlass gebeten, uns ihre Erfahrungen mit der deutschen Willkommenskultur bei Grenzkontrollen an deutschen Flughäfen mitzuteilen. Inzwischen haben uns einige Zusendungen erreicht.

So schreibt zum Beispiel Thomas Noll, General Manager des Barvikha Hotel & Spa in Moskau: „Bin dieses Jahr öfter nach Deutschland gereist, und ja, es ist beschämend, wie lange die Russen warten müssen, um durch die Grenze zu kommen“. In anderen Ländern würden die Behörden die Abwicklung besser organisieren. So hätten die Kontrollen am Flughafen Charles de Gaulle in Paris nur wenige Minuten gedauert. „Gestern war ich in London Heathrow und auch dort prompte Abfertigung“, ergänzt der Manager.

Carmen Heinrichs, die für die Repräsentanz der DZ BANK in Moskau tätig ist, stellt fest: „Da ich auch schon öfter Zeugin von aus meiner Sicht zweifelhaften Vorgehensweisen der deutschen Beamten bei der Einreise von russischen Staatsbürgern an deutschen Flughäfen geworden bin, möchte ich als Privatperson meine Anerkennung und Dankbarkeit für Ihre Aktivitäten zum Ausdruck bringen.“ Erfahrungsgemäß könne man sich mit russischen Behörden über die Verbesserungen solcher Dinge konstruktiver unterhalten, sagt Heinrichs. Hier hätte man das Gefühl, „gehört worden zu sein“. Dies würde sie sich oftmals auch von deutscher Seite wünschen, wenn es um russische Belange geht.

Auch Wilfried Anders aus Rostock, der regelmäßig zwischen Deutschland und Russland pendelt, empfindet den Umgang mit den russischen Gästen als nicht verhältnismäßig. Fragen wie „Wohin reisen Sie?“ oder „Haben Sie ein Rückfahrtticket und ausreichend Finanzmittel dabei?“ würden nach seiner Auffassung dem europäischen Gedanken widersprechen und deutsche Mitreisende irritieren, denen solche Fragen an der russischen Grenze schon lange nicht mehr gestellt werden.