Nichts wird sich ändern – Willkommenskultur bei der Passkontrolle

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Nichts wird sich ändern! So kann man das Antwortschreiben im Auftrag von Bundesinnenminister Seehofer zusammenfassen, das wir als OWC-Verlag auf unser Schreiben vom 17. Januar nach knapp drei Monaten erhalten haben. Zentrale Beanstandungen unseres Schreibens waren 95 Minuten Wartezeit bei der Passkontrolle am Flughafen München und die Aufforderung, bei der Kontrolle am Flughafen Berlin-Schönefeld Bargeld vor dem Bundespolizisten öffentlich durchzuzählen. Im Antwortschreiben heißt es zwar, man könne nachvollziehen, dass solche Fragen unangenehm sind, sie seien aber erforderlich. Bargeldkontrollen würden durchgeführt, da sichergestellt werden muss, dass ausreichend Geldmittel vorhanden sind. Offensichtlich versteht man im Bundesinnenministerium unter Geldmitteln nur Bargeld. Rechtstreue, so das Schreiben aus Berlin, sei ein wichtiges Anliegen. Dieses Ansinnen begrüßen wir als Verlag natürlich.

Zu 95 Minuten Wartezeit bei der Passkontrolle findet man im Schreiben des Ministeriums die lapidare Aussage „Bei Sicherheit geht Gründlichkeit vor Geschwindigkeit“. Das Schreiben im Auftrag des Ministers wurde übrigens von einer Person Namens Krenz unterzeichnet. Es wird darauf hingewiesen, dass man sich zu den genannten Beispielen nicht äußern kann, da ein pauschaler Vorwurf nicht nachvollzogen werden könne und auch nicht zurechenbar sei. Bleibt die Frage, was zurechenbar sein sollte, wenn nicht zwei konkrete Beispiele.

Im Verlag finden wir es erstaunlich, wie man nach drei Monaten Bearbeitungszeit eine solch „konkrete“ Antwort auf die Beine stellen konnte.  Wer sich juristisch und in Sachen Beamtendeutsch weiterbilden möchte, kann das Antwortschreiben im Auftrag des Ministers in voller Länge lesen. Auch unser an dieser Stelle bereits veröffentlichtes Schreiben an den Minister können Sie nochmals einsehen.

In der nächsten Ausgabe unseres Magazins OstContact werden wir eine Doppelseite mit Erfahrungsberichten von Grenzkontrollen an verschiedenen Flughäfen in Europa veröffentlichen. Natürlich freuen wir uns auch auf Ihre Zuschriften hierzu. Bitte lassen Sie uns Ihr Feedback zukommen.

 

Ulf Schneider
Geschäftsführender Gesellschafter und Herausgeber
OWC-Verlag