4. Manufacturer’s Forum – Lokalisierung in Russland und EAWU: Die Industrie setzt den Dialog fort

Am 12. April fand im Airport Club am Frankfurter Flughafen die vierte Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Manufacturer’s Forum“ statt. Der OWC Verlag für Außenwirtschaft konnte über 50 Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringen.

 

FRANKFURT. Im Fokus der Veranstaltung standen russische Regionen, die sich durch eine besonders starke wirtschaftliche Entwicklung auszeichnen. Anhand von Fallbeispielen und Experten-Vorträgen wurde aufgezeigt, welches Potenzial einzelne Regionen für ansiedlungswillige Unternehmen in Bezug auf den Produktionsaufbau, aber auch als Absatzmarkt haben. Neben Russland wurden mit Belarus und Kasachstan zwei weitere Mitglieder der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) als Vertriebs- und Produktionsstandorte unter die Lupe genommen.

Verbessertes Geschäftsumfeld in der Region

Bedingt durch die Sanktionen hat Russland neue Initiativen vorangetrieben und in zentralen Bereichen vieles selbst in die Hand genommen. Unter anderem die Lokalisierungspolitik und die Entwicklung der Infrastruktur“, betonte Ulf Schneider, Geschäftsführer des OWC-Verlags, in seiner Eröffnungsansprache. Als Folge sei Russland in dem so wichtigen Weltbank-Index „Ease of Doing Business“, der das Geschäftsumfeld in den Volkswirtschaften bewertet, weiter aufgestiegen und belegt nun Platz 31 von 190 Ländern. „Vor zehn Jahren stand Russland noch auf Platz 120“, erinnerte Schneider an das schwierige Umfeld zu Beginn des Jahrzehnts. In Belarus und Kasachstan bewegt sich das Geschäftsklima nach Einschätzung der Weltbank auf ähnlich hohem Niveau.

Die Zahlen belegen, dass sich in Russland und seinen Nachbarstaaten in den letzten Jahren tatsächlich vieles verändert hat. Insbesondere die russische Wirtschaft erholt sich langsam von der Rezession im Jahr 2015.

Makroökonomische Entwicklung

„Das BIP-Wachstum könnte sich aufgrund besserer Ölpreise etwas beschleunigen, dürfte aber längerfristig niedrig bleiben, auch als Folge anhaltender Sanktionen“, meinte Tatha Ghose, Leitender Ökonom der Commerzbank, in seinem Vortrag auf dem Manufacturer’s Forum zur makroökonomischen Entwicklung in Russland.

Die wirtschaftliche und infrastrukturelle Landschaft in den Regionen hat sich dementsprechend auch sehr stark verändert. Zudem wurden neue Industrieparks gebaut und viele weitere stehen auf der Planungsliste.

Wie die Investitionsattraktivität in den einzelnen Regionen aussieht, stellte dann Vladimir Gorchakov, Associate Director der RAEX Europe, in seinem Vortrag dar. Die Ratingagentur hat in ihrem Ranking für das Jahr 2018 das Investmentpotenzial in den Regionen anhand von statistischen und finanziellen Indikatoren bewertet.

Der größte Binnenmarkt“ Europas

Russland bietet deutschen Firmen den größten europäischen Binnenmarkt mit einem riesigen Modernisierungsbedarf und einer enormen Konsumlust der Bevölkerung“, betonte auch Lokalisierungsexperte Thoralf Rassmann bei seinem Vortrag. Deutsche Unternehmen könnten von den Möglichkeiten in Russland profitieren, vorausgesetzt man nimmt sich Zeit für eine professionelle Vorbereitung und bindet externe und lokale Experten vor Ort ein.

Absicherung in Zeiten politischer Risiken

Auch die deutsche Politik unterstützt Unternehmen beim Produktionsaufbau in Osteuropa. Oliver Stahmann vom Beratungsnetzwerk PricewaterhouseCoopers referierte über die Rolle der Investitionsgarantien des Bundes als ein Instrument der Bundesregierung zur Absicherung von Auslandsinvestitionen in Zeiten politischer Risiken. „Die Haftungssumme hat sich im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert von über 33 Milliarden Euro erhöht, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung der Schwellen- und Entwicklungsländer“, betonte Stahmann. In Russland liege der Schwerpunkt auf den Branchen Pharma, Automobil und Bau.

Workshops zu aktuellen Marktanforderungen

Anders als bei den vergangenen Foren wurden bei dieser Gelegenheit Workshops zu den Branchen Pharma und Chemie, Abfallwirtschaft, Maschinen- und Anlagenbau sowie Automobil angeboten. Dort bestand die Möglichkeit, sich direkt über aktuelle Herausforderungen und Marktanforderungen auszutauschen und damit einhergehende Fragen praxisorientiert zu diskutieren.

Sonderpublikation „Russische Regionen im Check“

Um das Investitionsklima in den Regionen richtig einschätzen zu können, hat der OWC-Verlag speziell für die Veranstaltung die Sonderpublikation „German Mittelstand. Russische Regionen im Check“ herausgegeben, die Interessenten einen guten Überblick über die neuen Entwicklungen auf dem russischen Markt gibt.


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