Iran: Dritte große Flut innerhalb zwei Wochen

TEHRAN. Die iranischen Behörden haben am Montag, 1. April,  die sofortige Evakuierung der von Überschwemmungen heimgesuchten Städte im Westen und Südwesten Irans angeordnet, da Flüsse die Ufer überquert haben, Dämme überlaufen und weite Teile der Kommunikation unterbrochen worden sind, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP.

Eine riesige Flutwelle überschwemmte Khorram Abad, die Hauptstadt der Provinz Lorestan / Foto: IRNA

Die höchste Alarmstufe wurde in der Provinz Lorestan mit vier oder fünf Städten als „völlig kritisch“ verhängt, berichtete das staatliche Fernsehen aus Khorram Abad, der Provinzhauptstadt.

In Khorram Abad ist das Wasser teilweise um bis zu drei Meter gestiegen, so der Fernsehsender. Der Flughafen der Stadt wurde überflutet und die Luftverbindung der Provinz zum Rest des Landes unterbrochen.

Die Behörden in der Provinz Lorestan ordneten Evakuierungen in vielen Regionen an und brachten die Streitkräfte dazu, Menschen, die sich nicht daran gehalten hatten, gewaltsam zu entfernen, berichteten lokale iranische Medien.

Zahlreiche Flüsse waren über die Ufer getreten und Erdrutsche blockierten viele Straßen. Nachrichtenaussendungen zeigten Bilder von eingestürzten Brücken sowie Öl- und Gaspipelines, die durch die Überschwemmungen zerstört wurden. Auch die Haupteisenbahnstrecke, die Teheran mit dem Süden des Landes verbindet, war durch das Hochwasser blockiert worden.

Dies ist die dritte große Überschwemmung, die den Iran in den letzten zwei Wochen erschütterte, nachdem es in dem zumeist trockenen Land, das bis zu diesem Jahr eine anhaltende Dürre erlitten hatte, heftige Regenfälle gab. Die erste Überschwemmung traf den Nordosten des Landes am 19. März und die zweite am 25. März den Westen und Südwesten, mit einer Gesamtzahl von 45 Todesopfern. Die Schäden, die die Überschwemmungen in der Landwirtschaft der Provinz Golestan verursacht haben,  belaufen sich laut dem iranischen Agrarminister, Mahmoud Hojjati, auf umgerechnet rund einhundert Millionen Euro.

Außer Lorestan sind, seit Beginn der schweren Regenfälle am 19. März, mindestens 23 der 31 Provinzen in Iran von der Flut betroffen. Es wird erwartet, dass die westlichen und südwestlichen Teile des Landes in den kommenden Tagen die Hauptlast der Stürme tragen werden.

US-Sanktionen behindern Hilfsorganisationen

Der Iran vermeldete am Montag, dass die US-Sanktionen Teheran daran hinderten, die nationale Hubschrauberflotte mit neuen Maschinen auszustatten, um nationale Hilfsorganisationen in die Lage zu versetzen, in den betroffenen Gebieten zu helfen. Zudem kritisierte Ali Asghar Peyvandi, Präsident des Iranischen Roten Halbmondes, dass die US-Sanktionen gegen iranische Banken es unmöglich machten, Geldspenden aus dem Ausland zu bekommen.

Der iranische Außenminister Mohammed Jawad Zarif schrieb auf Twitter, die US-Sanktionen würden die Bemühungen der Hilfsorganisation „Iranischer Roter Halbmond“ untergraben, den Menschen zu helfen. Als Beispiel nannte er, dass die Sanktionen es Teheran erschweren würden, fehlende Helikopter für die Evakuierung zu bekommen. Er schrieb: „Das ist nicht nur wirtschaftliche Kriegsführung, sondern auch wirtschaftlicher Terrorismus.“