Russische Medien würdigen Verdienste Nasarbajews

Kasachstans erster Präsident, der 78-jährige Nursultan Nasarbajew, legte am 19. März nach fast 30 Jahren sein Amt als Staatsoberhaupt nieder. Russische Medien zeigten sich von dem plötzlichen Rücktritt überrascht. In der Berichterstattung wurden insbesondere Nasarbajews Verdienste nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gewürdigt und Spekulationen über die Zukunft angestellt.

Kasachstans erster Präsident, der 78-jährige Nursultan Nasarbajew, legte am 19. März nach fast 30 Jahren sein Amt als Staatsoberhaupt nieder. Foto: United Nations Photo / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0 / Quelle: flickr

Eine Übersicht:

(Sputnik) Drei Jahrzehnte an der Macht sind eine lange Zeit. Doch in dieser Zeit hat Nasarbajew sein politisches Feingefühl nicht verloren. Er hat den Zeitpunkt für den Abschied selbst gewählt und damit gezeigt, dass er bis zum Schluss Herr über seine Entscheidungen war. Man könnte sagen, er hat damit einen Präzedenzfall für andere Staatsoberhäupter in der Region geschaffen.

(RBK) Der Machtübergang in Kasachstan ähnelt dem Modell von Deng Xiaoping in China, der die Politik des Landes rechtzeitig einem Nachfolger übergeben hat, ohne die Zügel der Macht aus der Hand zu lassen.

(Vedomosti) Der zurückgetretene Nasarbajew wird die Zügel der kasachischen Herrschaft weiter in der Hand halten. Er ist gegangen, um zu bleiben und er wird den politischen Prozess im Land weiter kontrollieren, solange er am Leben ist.

(RIA Nowosti) Auch nach dem Rücktritt Nasarbajews wird Kasachstan den Kurs einer eurasischen Wirtschaftsintegration fortsetzen. Es ist jedoch zu erwarten, dass die neue Führung Wert auf eine stärker diversifizierte Außen-, Handels- und Wirtschaftspolitik legt.

(TASS) Als Würdigung von Nasarbajews Lebensleistung unterzeichnete der neue kasachische Präsident Qassym-Schomart Toqajew ein Dekret zur Umbenennung der kasachischen Hauptstadt Astana in Nur-Sultan, wie der Pressedienst des Präsidenten am 23. März mitteilte.