Russland hat drittgrößten Leistungsbilanzüberschuss

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MÜNCHEN. Die Russische Föderation ist erstmals unter den Top-3-Ländern mit dem höchsten Leistungsbilanzüberschuss. Dieser lag 2018 bei 116 Milliarden US-Dollar. Der ungewöhnlich große Anstieg des Überschusses im vergangenen Jahr ist auf den Warenhandel zurückzuführen, berichtet das ifo Institut für Wirtschaftsforschung. Während die russische Ausfuhr weiter zulegte, nicht zuletzt wegen steigender Erdöl- und Erdgaspreise, stagnierte die Einfuhr. Dies dürfte laut ifo eine Folge verschiedener politischer Maßnahmen sein, die darauf abzielen, die Abhängigkeit von Einfuhren langfristig zu verringern. Weltweit auf Rang eins liegt Deutschland mit 249 Milliarden Dollar, gefolgt von Japan mit 173 Milliarden Dollar. Leistungsbilanz-Überschüsse gehen definitionsgemäß mit hohen Netto-Kapitalexporten einher. Deutschland baut damit mehr finanzielle Forderungen gegenüber dem Ausland auf als das Ausland gegenüber Deutschland. Neben dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen an das Ausland erhöhen auch Erträge aus ausländischen Vermögenstiteln den Leistungsbilanzüberschuss, da sich hierdurch die Zahlungsansprüche an das Ausland erhöhen. Dauerhaft hohe Leistungsbilanzüberschüsse können dann problematisch werden, wenn die Forderungen nicht eingelöst werden können, etwa wenn das Ausland nicht mehr fähig ist, die Zinslast zu bedienen.