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Russlands Industrieproduktion hat im Januar das schwächste Ergebnis seit Dezember 2017 (-1,7%) erzielt. Die Produktion stieg im Jahresvergleich nur um 1,1 Prozent, berichtet Rosstat. Das Produktionswachstum hatte bereits im Vorjahr begonnen sich stetig zu verlangsamen – von 3,7 Prozent im Oktober auf 2,0 Prozent im Dezember 2018. Die Verschlechterung in verschiedenen Branchen, einschließlich der Ölindustrie, führte im zweiten Halbjahr 2018 zu einem allgemeinen Trend in der verarbeitenden Industrie. Insgesamt stieg die Industrieproduktion im Jahr 2018 um 2,9 Prozent. Die Verlangsamung war zu erwarten, sagen Experten: Im Dezember stimmten die Teilnehmer der OPEC+ zu, die Ölförderung ab Januar 2019 um weitere 1,2 Millionen Barrel verglichen mit Oktober zu senken. Russische Unternehmen müssen die Förderung deshalb um 228.000 Barrel täglich reduzieren. Weitere Faktoren für den Rückgang in der verarbeitenden Industrie sind das Wetter und die längeren Neujahrsferien. Der Januar sei für die Statistik nicht der aussagekräftigste Monat, so Experten. Dennoch: Dem verarbeitenden Gewerbe mangelt es an Anreizen, die Steuerbelastung hat sich erhöht und die Konsumentenstimmung verschlechtert. Die Aussichten für die Branche hängen zudem von der Entscheidung über den OPEC+-Deal ab (im Frühjahr wird entschieden, ob er verlängert werden soll) und davon, ob sich der heimische Markt mit der Umsetzung der nationalen Projekte Präsident Putins beleben wird. 2019 soll die russische Industrie zwischen 1,0 und 1,5 Prozent wachsen, rechnet die Higher School of Economics (HSE). Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung prognostiziert für das Basisszenario eine Verlangsamung des Branchenwachstums auf 2,4 Prozent.

Quellen: Rosstat, Wedomosti