AHK-Russland-Konferenz: Neuer Optimismus in den deutsch-russischen Beziehungen

Am 21. Februar fand die 6. Russland-Konferenz der AHK Russland statt. Mit hochkarätigen Teilnehmern wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und seinem russischen Amtskollegen Maxim Oreschkin gewann die Konferenz zusätzlich an Relevanz.

Die politischen Spannungen sind nicht spurlos an den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen vorbeigegangen. Umso stärker standen die Auftritte von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und seinem russischen Amtskollegen Maxim Oreschkin im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Minister waren nicht müde, zu betonen, dass die Regierungen beider Länder verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen wollen. „Wir haben unser gemeinsames Potenzial nicht einmal annähernd genutzt“, sagte Altmaier in seiner Begrüßungsrede. Die „Zeit der Sprachlosigkeit“ habe zu lange gedauert. Im Sinne beider Völker müssten bestehende Probleme zügig gelöst werden. Dazu gehöre für Deutschland der Dialog mit der Eurasischen Wirtschaftsunion. Auch Oreschkin richtete den Blick nach vorne und lud die deutsche Wirtschaft ein, Russland als Partner bei der Modernisierung seiner Wirtschaft zu begleiten. Die Deutschen seien ein wichtiger Partner Russlands: Das Interesse der deutschen Wirtschaft auf der Veranstaltung bestärke den russischen Minister in dieser Annahme.

Bei Rechtssicherheit, Zulieferern und Investitionsklima Nachholbedarf

In die positive Stimmung reihte sich nahtlos das Thema Nord Stream 2 ein. Gelobt wurde Deutschlands Haltung vor der EU von beiden Seiten. OMV-Chef und AHK-Russland-Präsident Rainer Seele bezeichnete es sogar als diplomatische Meisterleistung der Bundesregierung. Zufrieden zeigte sich auch Oreschkin und wünschte sich bei den deutschen Kollegen, dass die Europäer ihre Entscheidungen künftig auf Grundlage ihrer eigenen Interessen treffen. Russland sei stets für einen Dialog mit Europa bereit.

Doch auch die Probleme der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen kamen zur Sprache. Weiterhin Schwierigkeiten bereite deutschen Unternehmen die Rechtssicherheit, fehlende Zulieferbetriebe aber auch das Investitionsklima. Nicht zuletzt verunsichere der Fall um den Fondmanager Calvey, der im Februar in Moskau aufgrund des Betrugsvorwurfs verhaftet wurde, Investoren.

Trotz aller Herausforderungen bleibt die Russische Föderation der viertwichtigste Handelspartner der der EU und auch bedeutend für die deutsche Wirtschaft, auch wenn das Land in der deutschen Exportstatistik inzwischen weltweit nur mehr Platz 15 belegt. 2018 verzeichnete der deutsch-russische Handel einen Zuwachs von 8,4 Prozent auf 61,9 Milliarden Euro.

dk