Coface: Iran’s BIP wird zurückgehen

Zunehmendes politisches Risiko, volatile Rohstoffpreise und Versorgungsengpässe haben das weltweite Wachstum Ende 2018 verlangsamt. Bei der Länderrisiko-Konferenz des internationalen Kreditversicherers Coface Anfang Februar in Paris gaben Experten Prognosen, wie sich die Wirtschaft dieses Jahr in Russland, China und Iran entwickelt.

Von Kerstin Kloss

Foto: Coface

2019 erwartet Coface weltweit nur noch ein wirtschaftliches Plus von 3 Prozent nach jeweils 3,2 Prozent in 2018 und 2017. Das ergab die Analyse der Risiken in 161 Ländern und 13 Sektoren. „Zum ersten Mal seit der Staatsschuldenkrise 2011/2012 müssen Unternehmen in diesem Jahr zur gleichen Zeit zwei Fallstricke beachten: die konjunkturelle Abschwächung und die politischen Risiken“, betont Coface-Chefvolkswirt Julien Marcilly.

Iran: Enge Kooperation mit China

„Chinesische Unternehmen werden wahrscheinlich davon profitieren, dass sich westliche Firmen vom iranischen Markt zurückziehen. Es gibt bereits eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Regierungen“, sagt Coface-Volkswirtin Seltem Iyigün zu Iran. Chinesische Transportunternehmen wollten im Rahmen der BRI rund 900 Mio. USD in das rückständige iranische Transportsystem investieren. Iyigün erklärt dies mit der geostrategisch wichtigen Lage des Iran für die Neue Seidenstraße.

Als größtes Risiko für den Iran wertet sie den Rückzug der USA aus dem Atomabkommen und die Wiedereinführung der Sanktionen: „Das hat die Situation und die möglichen wirtschaftlichen Verbesserungen im Iran komplett verändert.“ Coface geht davon aus, dass sich die Ölexporte 2019 im Vergleich zu 2017 auf 1,1 Millionen Barrel pro Tag fast halbieren. Chinesische Raffinerien werden weiterhin Rohöl aus dem Iran importieren, trotz US-Sanktionen, konstatiert Coface.

Gleichzeitig werde das BIP in diesem Jahr im Vergleich zu 2018 um 3,6 Prozent zurückgehen. Von 2017 auf 2018 schrumpfte das BIP schon um 1,5 Prozent. Iran gilt nach der Coface-Länderbewertung als extrem anfällig für Kreditausfälle, auch beim Geschäftsklima wird das Risiko als „sehr hoch“ eingeschätzt.

Den ganzen Artikel zur Coface-Konferenz können Sie in der Ausgabe 3-4 von OstContact lesen.