Deutsche Banken gegen verschärfte Russland-Sanktionen

MOSKAU. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat sich gegen neue antirussische Sanktionen aus den Vereinigten Staaten ausgesprochen. Das berichtet Reuters unter Berufung auf ein internes Briefing vom Dezember 2018. „Die vorgeschlagenen Gesetze der USA zielen nicht nur auf den russischen Präsidenten und die mit Putin verbundenen Oligarchen ab, sondern führen tatsächlich zu einem Embargo gegen Russland“, heißt es in dem Dokument.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat sich gegen neue antirussische Sanktionen aus den Vereinigten Staaten ausgesprochen. Foto: iStock © Mordolff

Internationale Finanzinstitute, die bereits in Russland Geschäfte tätigen, würden mit neuen Sanktionen konfrontiert, die ein erhebliches Hindernis für die Geschäftstätigkeit und die Einhaltung der festgelegten Anforderungen darstellten. Der Verband fordert Ausnahmen, die es „deutschen Banken und Unternehmen ermöglichen, Geschäfte zum Abschluss zu bringen, die nicht einfach rückgängig gemacht werden können“. Nach Angaben von Reuters belief sich die Verschuldung Russlands gegenüber Deutschland im dritten Quartal 2018 auf sieben Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2018 betrug der Handelsumsatz zwischen Russland und der BRD laut Bundeszolldienst 59,6 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 19,3 Prozent im Jahresverlauf. Aktuell unterliegen 116 russische Banken US-Beschränkungen. Zum deutschen Verband gehören 180 Banken, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank, sowie ausländische Kreditgeber mit Niederlassungen in Deutschland, etwa die italienische Unicredit.