Indien und Russland bringen Nord-Süd-Korridor voran

Indien hat eine Absichtserklärung mit Russland unterzeichnet, um die Entwicklung des Internationalen Nord-Süd-Transportkorridors (INSTC) durch den Iran zu beschleunigen, berichtet die indische Tageszeitung „The Economic Times“.

Quelle: eigene Darstellung

Russian Railways Logistics Joint Stock Company (RZD) und Container Corporation of India (CONCOR), der größte Betreiber von Schienencontainerverkehren in Indien, haben letzte Woche das Memorandum of Understanding (MoU) zu Logistikdienstleistungen auf der Route unterzeichnet. Indien und Russland verhandeln seit vielen Jahren über die Zusammenarbeit zwischen den Ländern.

Laut dem Bericht beabsichtigen die beiden Länder im Rahmen der Vereinbarung, einen gemeinsamen Workshop zur Verbesserung der indo-russischen Logistikkooperation zu organisieren und gemeinsame Projekte im Bereich des Containerverkehrs zu entwickeln.

Das INSTC, dessen Umsetzung sich in den letzten Jahren verzögert hat, ist die kürzeste Transportroute, die den Indischen Ozean und den Persischen Golf über den Iran nach Russland und Europa verbindet.

Der Iran, Russland und Indien sind seit 2000 bemüht, den Korridor mit verschiedenen Routen, einschließlich See-, Eisenbahn- und Straßenverkehr, durch bestehende Straßenrouten zu aktivieren und die Entwicklung der Eisenbahnstrecke auf dieser Route in einer Entfernung von 7.200 Kilometern voranzubringen.

In den nächsten Jahren sind bei der Umsetzung dieses Korridors zehn neue Mitglieder hinzugekommen: Aserbaidschan, Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, die Türkei, die Ukraine, Oman und Syrien.

Der Nord-Süd-Korridor ist die wichtigste Handelsroute zwischen Asien und Europa, die kürzer und günstiger ist als die Standardroute über den Atlantik, das Mittelmeer und den Suezkanal.

Indien, das sehr daran interessiert ist, den Nord-Süd-Korridor für den Warenverkehr nach Zentralasien und Europa zu nutzen, investiert auch in die Entwicklung des Hafens Chabahar im Südosten von Iran, der jetzt offiziell seit Anfang des Jahres „India Ports Global Chabahar Free Zone“ (IPGCFZ) heißt. Das ist das erste Mal, dass Indien einen Hafen außerhalb seines Territoriums betreibt.

Über den Nord-Süd-Korridor kann die Ladung von Indien nach Bandar Abbas am Persischen Golf und von dort auf dem Landweg nach Bandar-e Anzali und Astara im Iran am Kaspischen Meer gebracht werden. Die Ware kann dann zum russischen Hafen von Astrachan und von dort nach Europa transportiert werden.

Amir Alizadeh