Iran-EU-Handel sinkt im November um 66 Prozent

Die US-Sanktionen gegen den Iran zeigen erste Wirkung. Obwohl der gesamte Außenhandel im Jahr 2018 zwischen den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und dem Iran noch relativ gut ausfällt, sind die Ein- und Ausfuhren im November, nach dem Inkrafttreten der US-Sanktionen stark zurückgegangen.

Obwohl der gesamte Außenhandel im Jahr 2018 zwischen den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und dem Iran noch relativ gut ausfällt, sind die Ein- und Ausfuhren im November, nach dem Inkrafttreten der US-Sanktionen stark zurückgegangen. Foto: iStock © umutkacar

Der Außenhandel zwischen der EU und dem Iran erreichte in den ersten elf Monaten des letzten Jahres 17,9 Milliarden Euro. Die 28 EU-Länder exportierten Waren im Wert von 8,5 Milliarden Euro in den Iran und importierten Waren im Wert von 9,4 Milliarden, so Daten von Eurostat. Demnach belief sich der Handelsbilanzüberschuss zwischen dem Iran und der EU auf 845 Millionen zugunsten des Iran. Italien war mit einem Handelsvolumen von 4,5 Milliarden Euro der wichtigste EU-Handelspartner des Iran, gefolgt von Deutschland (3 Mrd. EUR), Spanien (2,6 Mrd. EUR) und Frankreich (2,4 Mrd. EUR).

Von Januar bis November 2018 belief sich der Warenexport der Europäischen Union (EU28) in den Iran auf 8,5 Mrd. EUR, was einer Steigerung von elf Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2017 entspricht.

Laut Eurostat kommen 31 Prozent der gesamten Ausfuhren von Europa in den Iran in dem besagten Zeitraum aus Deutschland, das von Januar bis November Waren im Wert von 2,6 Milliarden Euro nach Iran lieferte – ein Prozent weniger als im Vorjahr. An zweiter Stelle lag Italien (19% der gesamten Exporte) mit Exporten in Höhe von 1,6 Milliarden Euro (+4 %), gefolgt von Frankreich mit Exporten in Höhe von 872 Millionen Euro, 33 Prozent weniger als im Vorjahr.

Von Januar bis November 2018 importierten die 28 EU-Länder Waren im Wert von 9,3 Milliarden Euro aus dem Iran, ein Prozent mehr als in 2017. Die meisten iranischen Exporte in die EU gehen nach Italien, das in den elf Monaten Waren im Wert von 2,9 Milliarden Euro aus dem Iran importierte, gefolgt von Spanien (2 Mrd. EUR), Frankreich (1,5 Mrd. EUR) und Griechenland (1.2 Mrd. EUR), die größten europäischen Abnehmer des iranischen Öls.

Starker Rückgang im November

Trotz der Drosselung der EU-Ölimporte aus Iran in Folge der Reaktivierung der US-Sanktionen betrug der Öl-Anteil am EU-Gesamtimport aus Iran noch 84 Prozent. Aber mit dem Inkrafttreten der gezielten US-Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Finanzsektor Anfang November ist der Außenhandel zwischen der EU und dem Iran im November im Vergleich zum selben Zeitraum im letzten Jahr um mehr als 66 Prozent eingebrochen.

Der Handel zwischen Iran und den 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sank im November im Vergleich zum Vorjahr auf 679,6 Millionen Euro.

Mit der Einstellung der Ölimporte beliefen sich die Exporte von Iran nach Europa im November auf nur noch 209,9 Millionen Euro, was einem Rückgang von etwa 78 Prozent entspricht. Auch die iranischen Einfuhren aus Europa sanken um 54,9 Prozent auf 469,6 Millionen Euro.

Deutschland exportierte im November ebenfalls deutlich weniger in den Iran. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts lag der Wert im November bei 167 Millionen Euro. Das sind 43 Prozent weniger als im November 2017. Die deutschen Exporte hatten sich im Oktober, kurz vor Wiederinkrafttreten der US-Sanktionen noch einmal deutlich auf 398 Millionen Euro erhöht. Die iranischen Ausfuhren nach Deutschland sanken im November gar um 60 Prozent auf 21 Millionen Euro.