US-Botschafter wegen angedrohter Sanktionen gegen Nord Stream 2 kritisiert

MOSKAU/BERLIN. Die Nachfolgerin Merkels als CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat den US-Botschafter Richard Grenell wegen den drohenden Sanktionen gegen Nord Stream 2 kritisiert.

KIEL, Germany (June 15, 2018) Richard Grenell, U.S. Ambassador to Germany, delivers remarks during a reception aboard the Blue Ridge-class command and control ship USS Mount Whitney (LCC 20) June 15, 2018, in Kiel, Germany, for Kiel Week. Mount Whitney, forward-deployed to Gaeta, Italy, operates with a combined crew of U.S. Navy Sailors and Military Sealift Command civil service mariners. (U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 1st Class Justin Stumberg/Released) / Quelle: 180615-N-XT273-1953/ Author: Commander, U.S. Naval Forces Europe-Africa/U.S. 6th Fleet / commons.wikimedia.org

Der US-Botschafter hatte deutschen Unternehmen zuvor in Briefen mit Sanktionen wegen Nord Stream 2 gedroht. Dies bezeichnete die CDU-Chefin als „undiplomatisch“. Auch andere deutsche Politiker verurteilten Grenells Vorgehen. Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock kommentierte: „Andere internationale Akteure zu bedrohen, ist nicht demokratisch.“ Das deutsche Außenministerium nahm dagegen Abstand von einer direkten Kritik am US-amerikanischen Diplomaten. Das Ministerium betonte, dass es solche Themen lieber „offen und professionell“ diskutieren würde. Den Inhalt des Briefes von Grenell hatte „Bild am Sonntag“ am 13. Januar veröffentlicht. „Wir betonen weiterhin, dass Firmen, die sich im russischen Energieexport-Sektor engagieren, sich an etwas beteiligen, das mit einem erheblichen Sanktionsrisiko verbunden ist“, zitierte die Zeitung. „Im Ergebnis untergraben Firmen, die den Bau beider Pipelines unterstützen, aktiv die Sicherheit der Ukraine und Europas.“ Ein Sprecher Grenells betonte, der Brief sei nicht als Drohung aufzufassen, sondern sei eine klare Botschaft der US-Politik. An welche Unternehmen der Brief ging, machte Bild nicht bekannt. Das Handelsblatt spricht allerdings von BASF und Uniper.