China erweitert Abfallimportverbote

DÜSSELDORF. Ab dem 1. Juli 2019 treten in China Importbeschränkungen für weitere acht Abfallarten und Metallschrotte in Kraft. Bereits bestehende Importverbote für feste Abfälle werden dann auch auf Sekundärrohstoffe wie Eisen-, Kupfer- und Aluminiumschrotte ausgedehnt, berichtet die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e. V. (BDSV).

Ab dem dritten Quartal 2019 dürfen Sekundärrohstoffe wie Eisen-, Kupfer- und Aluminiumschrotte in China nicht mehr eingeführt werden. Foto: iStock © CHUYN

Diese Metallschrotte unterliegen als sogenannte grün gelistete Abfälle in Deutschland keinen besonderen Ausfuhrbeschränkungen, da sie anstelle von Primärrohstoffen ressourcenschonend eingesetzt werden können, so die BDSV. Derzeit werden 15 Prozent der deutschen Stahlschrottexporte, deren Gesamtvolumen rund 8,5 Millionen Tonnen/Jahr ausmacht, direkt in Länder außerhalb der EU-28 geliefert. Der Anteil deutscher Stahlschrottexporte nach China lag 2017 mit 33.000 Tonnen jedoch lediglich bei circa 0,4 Prozent. Dennoch geht die BDSV davon aus, dass es zu Verwerfungen auf den internationalen Märkten kommen wird, die auch in Deutschland zu spüren sein werden. Für die Mengen an Stahlschrott, die China bisher weltweit importiert – 2017 waren das etwa 2,3 Millionen Tonnen – müssen nun neue Absatzmärkte erschlossen werden. Dies erzeuge zwangsläufig Preisdruck, heißt es in der Presseinformation weiter. Erschwert werde die Situation durch zunehmenden Protektionismus auch anderer Länder sowie indirekt durch die US-Zölle auf Stahl.

China hat sich im Rahmen seines sogenannten „National Sword“-Programms vorgenommen, ab 2020 keine Abfallimporte mehr ins Land zu lassen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 hatte das Land einen ersten Importstopp für Feststoffabfälle verfügt, darunter vor allem Plastikabfälle, Vanadiumschlacken, unsortiertes Altpapier und Textilabfälle. Seit dem 31. Dezember 2018 sind zudem weitere 16 Sorten Festabfälle von der Einfuhr ausgeschlossen, Industriekunststoffabfälle, Hardware- und Elektroaltgeräte, Elektromotoren, Abfallkessel und andere schwimmende Konstruktionen und gepresste Autowracks.

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung bvse informiert auf seiner Webseite ausführlich darüber, welche Abfallarten konkret betroffen sind.