Iran will vier Nullen bei Landeswährung streichen

TEHERAN. Die iranische Zentralbank hat vor, vier Nullen bei der Landeswährung Rial zu streichen. „Wir haben der Regierung diesbezüglich einen Entwurf vorgelegt, und wir hoffen, dass dieser wichtige Schritt schon sehr bald umgesetzt wird“, sagte Notenbankchef Abdolnaser Hemmati am Sonntag laut dpa. Die Maßnahme sei für die Umsetzung der Bankreformen im Iran notwendig, zitiert ihn die dpa nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA in Teheran.

Die iranische Zentralbank den neuen 500,000 Rial Schein vorgesellt. Foto: CBI Iranische Zentralbank

Der Rial hat seit Beginn 2018 im Vorfeld der US-Sanktionen, die im August letzten Jahres in Kraft getreten sind, etwa 60 Prozent an Wert verloren, die Inflationsrate im persischen Monat „Azar“ (22.11.-21.12.) ist laut dem iranischen Statistikamt im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr auf 18 Prozent gestiegen. Der Devisenmarkt ist zwar seit drei Monaten wieder stabil, aber die Inflation wird nach Prognosen in diesem Jahr über 30 Prozent steigen.

Das Streichen von vier Nullen aus Rial-Beträgen soll vor allem eine psychologische Wirkung haben und die Buchhaltung einfacher gestalten. Aber Wirtschaftsexperten im Iran bezweifeln die erhoffte Auswirkung dieser Maßnahme auf die Inflation. Sie meinen, dass zuerst die strukturellen Probleme in der Wirtschaft behoben werden müssen. Die staatliche Zeitung „Iran“ stellt den Vorschlag der Zentralbank in Frage und warnt: „Zuerst muss die Zentralbank unabhängig, und die Reformen in der Banken- und Fiskalpolitik umgesetzt werden und erst dann, als letzter Schritt der Reformen, die Nullen gestrichen werden.“

Schon im Dezember 2017 wollte die Zentralbank zumindest eine Null entfernen, berichtet die dpa. Damit sollte der „Toman“ dann wieder den Rial ersetzen. Er galt bis 1925 als die nationale Währung des Landes, bevor er vom Rial ersetzt wurde. Die Iraner benutzen seit Jahrzehnten den Begriff Toman im Alltag, weil auch die Umrechnung immer sehr einfach war – ein Toman entspricht 10 Rial.