Schweiz entwickelt Zahlungskanal für den humanitären Handel mit dem Iran

BERN. Die Schweiz hat vor einen Zahlungskanal einzurichten, um Medikamente, Lebensmittel und generell humanitäre Güter, die nicht von US-Sanktionen betroffen sind, in den Iran exportieren zu können, meldet die „Financial Times“ aus London.

Schweiz entwickelt Zahlungskanal für den humanitären Handel mit dem Iran. Foto: IRNA

Das Schweizer Finanzdepartament bestätigt die Entwicklung eines „humanitären Zahlungskanal“ gegenüber der „Financial Times“. Die Schweiz muss sich dafür die Zustimmung der USA einholen, die im Mai dieses Jahres aus dem Atomabkommen ausgestiegen sind, und Sanktionen gegen den Iran verhängt haben. Auch die EU arbeitet an einem Plan, den Handel mit Iran trotz den US-Sanktionen über eine Zweckgesellschaft, eine sogenannte „Special Purpose Vehicle“ (SPV), die als eine Tauschbörse agieren soll,  wieder aufzunehmen.

Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche, das im Iran aktiv ist, bestätigte gegenüber der „Financial Times“, dass sie über die Diskussion rund um einen alternativen Finanzierungskanal für humanitäre Zwecke Bescheid wissen.

Die US-Sanktionen gegen den Iran treffen das Leben der Menschen im Land. Durch den Wertverfall der iranischen Währung Rial, und wegen Schwierigkeiten bei der Einfuhr von Medikamenten, sind die Preise von Medikamenten enorm gestiegen. Die Europäischen Exporte von Arzneimitteln in den Iran sind im Zeitraum von Januar bis September 2018, im Vergleich zum Vorjahr, um sechs Prozent zurückgegangen.