China unterstützt Cross-Border-E-Commerce

PEKING. Chinas Regierung hat beschlossen, bestehende Regelungen für Einzelhändler im grenzüberschreitenden E-Commerce (Cross-Border-E-Commerce) auszuweiten beziehungsweise zu verbessern. Diese Maßnahmen sollen zur weiteren Marktöffnung und zur Erhöhung des Konsumpotenzials beitragen. Demnach gibt es bei Importen, die durch Einzelhändler über grenzüberschreitende E-Commerce-Plattformen getätigt werden, keine Anforderungen bezüglich Lizenzierung, Registrierung oder Archivierung von Erstimporten. Stattdessen greifen hier Regelungen für den Import von Waren für den persönlichen Gebrauch.

Chinas Regierung hat beschlossen, bestehende Regelungen für Einzelhändler im grenzüberschreitenden E-Commerce (Cross-Border-E-Commerce) auszuweiten beziehungsweise zu verbessern. Foto: iStock © CherriesJD

Die Umsetzung dieser Politik wird zudem von bisher 15 auf weitere 22 Städte ausgedehnt, die gerade erst Pilotzonen für den grenzüberschreitende E-Commerce eingerichtet haben. Dort gelten Zollbefreiungen für die auf einer Kleinimport-Liste aufgeführten Waren. Die importierenden  Unternehmen entrichten zudem nur 70 Prozent der Einfuhrumsatzsteuer und der Verbrauchssteuer.

Diese Vorzugspolitik wird auf weitere 63 Steuerkategorien für Güter mit hoher Nachfrage ausgedehnt. Die Obergrenze für Waren, die für diese Präferenzregelungen in Frage kommen, wird von 2.000 Yuan (288 US-Dollar) auf 5.000 Yuan pro Transaktion und von 20.000 Yuan auf 26.000 Yuan pro Kopf und Jahr angehoben. Diese Quote soll bei steigendem Haushaltseinkommen bei Bedarf weiter angepasst werden.

Die Logistiksparte der Alibaba Group, Cainiao, und der Flughafen Lüttich (Liege) in Belgien haben Anfang Dezember dieses Jahres einen Vertrag über die Anmietung von Flughafenflächen unterzeichnet, um einen sogenannten Smart Logistics Hub zu errichten. Die Anfangsinvestition hierfür beträgt 75 Millionen Euro. Die erste Ausbauphase der Anlage soll Anfang 2021 in Betrieb gehen. Das intelligente Logistikzentrum in Lüttich soll dazu beitragen, die allgemeine Logistikeffizienz zu verbessern und so kleine und mittelständische europäische Unternehmen dabei unterstützen, ihre Exporte nach China besser zu steuern, insbesondere auch angesichts des starken Anstiegs des globalen E-Commerce-Geschäfts. Alibaba plant, in den nächsten fünf Jahren Qualitätsprodukte im Wert von 200 Milliarden US-Dollar aus der ganzen Welt nach China zu importieren.

Zwischen Januar und Oktober 2018 erreichten die Einzelhandelsimporte durch den Cross-Border-E-Commerce 67,2 Milliarden Yuan (9,69 Milliarden US-Dollar), teilte die chinesische Zollverwaltung mit. Das entspricht einem Anstieg von 53,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.