Weltbank: Wirtschaft wird langsam wachsen, Armut aber sinken

MOSKAU. Russland kann es schaffen, das Wirtschaftswachstum auf den Weltdurchschnitt zu beschleunigen und die Armut um die Hälfte zu reduzieren. Das geht aus einem Bericht der Weltbank hervor.

Russland kann es schaffen, das Wirtschaftswachstum auf den Weltdurchschnitt zu beschleunigen und die Armut um die Hälfte zu reduzieren. Foto: iStock © whitemay

Das BIP wird zwischen 2018 und 2020 um durchschnittlich 1,5 bis 1,8 Prozent wachsen. Damit wird Russland in diesem Zeitraum gegenüber Entwicklungsländern (4,6%) hinterherhinken, Länder mit hohem Einkommen (1,7%) wird es erst 2020 überholen. Bis 2023 wird sich das Wachstum dann schrittweise auf mindestens 1,3 Prozent verlangsamen. Die Weltbank führt das auf die ungünstige demografische Situation zurück. Die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird im Jahr 2022 ihr niedrigstes Niveau erreichen. Nach 2023 wird sich die BIP-Wachstumsrate vor allem aufgrund des Zustroms von Arbeitskräften erholen und 2026 wieder das Niveau der Industrieländer übertreffen. Die Rentenreform wird zwar dazu beitragen, die Wirtschaft zu beschleunigen, jedoch nur teilweise. Sie reicht nicht aus, um das BIP auf das Weltmarktniveau zu beschleunigen, schreibt die Weltbank. Dafür ist ein Zustrom von Migranten, ein Anstieg des Anteils der Investitionen am BIP von 23 Prozent auf 34 Prozent bis 2028 und eine Steigerung der Produktivität notwendig. Dann wird Russland bis 2028 der Weltwirtschaft gleichkommen und etwa um drei Prozent wachsen. Russland wird die Armut im Land um die Hälfte reduzieren. Wenn die russische Wirtschaft um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr wächst, sinkt die Armutsgrenze bis 2024 auf 10,7 Prozent (2018: 13,2%). Damit wird das Land jedoch nicht die Ziele des Mai-Erlasses von Präsident Putin erreichen. Dieser forderte eine Beschleunigung des BIP auf Weltniveau sowie eine Reduzierung der Armut auf 6,6 Prozent schon bis zum Jahr 2024. Laut den Ökonomen der Weltbank müsste das BIP jährlich um 4,4 Prozent wachsen, um die Präsidentschaftswerte in Sachen Armut zu erreichen. Eine Möglichkeit, das Niveau dennoch zu erreichen, liegt in der Umverteilung von Sozialhilfe und Transferleistungen. Aktuell erreichen nur 20 Prozent der zugewiesenen Haushaltsmittel die Bedürftigen.

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