Iran-Rheinland-Pfalz Fachtagung 2018: Alles verboten, oder geht da doch noch etwas?

Die Iran-Rheinland-Pfalz Fachtagung 2018, eine Kooperation des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums (MWVLW) mit seiner Kontaktstelle im Iran und mit der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen, bot am 15. November 2018 Unternehmern die Gelegenheit, sich über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Geschäfte mit Iran zu informieren. Die Veranstaltung war mit ca. 70 Teilnehmern gut besucht.

IHK-Wirtschaftstag Iran 15.11.2018. Foto: IHK Rheinhessen/Stefan Sämmer

Sie kamen überwiegend aus dem rheinland-pfälzischen Mittelstand, vertreten waren Industriezweige wie der Maschinenbau, Erneuerbare Energien, Medizin- und Gesundheitsprodukte, Logistikfachleute, Medienvertreter, Anwaltskanzleien und Unternehmensberater. In seinem Grußwort betonte der Vertreter des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW), Franz Seiß, das ungebrochene Interesse der Landesregierung, die bestehenden Beziehungen nach Iran auf wirtschaftlicher Ebene und innerhalb der Zivilgesellschaft weiter zu entwickeln. „Auch wenn die politische Lage aktuell schwierig ist, möchten wir die Vertrauensbasis und die Freundschaft zur iranischen Privatwirtschaft aufrechterhalten“, meinte Seiß.

Rheinland-pfälzische Wirtschaft: exportstark und innovativ

Die rheinland-pfälzische Wirtschaft ist sehr exportstark. 56 Prozent ihrer Produkte, das waren im Jahr 2017 Waren für 55 Milliarden Euro, wurden in alle Welt verkauft. Hierbei sind neben den „Global Players“, den großen in RLP ansässigen Firmen wie BASF, Mercedes, Schott oder Boehringer auch eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen mit innovativen Produkten am Erfolg beteiligt. Der Anteil des Exportes nach Iran mit 175 Millionen Euro nimmt sich darunter noch bescheiden aus. Angesichts der erneuten Sanktionen der USA gegen den Iran haben diese Geschäfte in diesem Jahr auch wieder nachgelassen. Iran bleibt jedoch als trotz aller Probleme als Partner für die deutsche Wirtschaft interessant.

Aus Rheinland-Pfalz wurden in den vergangenen Jahren drei Wirtschaftsreisen nach Iran organisiert. Der Vertreter der rheinland-pfälzischen Wirtschaft im Iran, Dawood Nazirizadeh, erläuterte in seiner Präsentation die Aktivitäten der Kontaktstelle des Ministeriums, von der Organisation solcher Reisen und ihrer Inhalte, wie Gesprächen mit Firmen, Handelskammern und Verbänden, Betriebsbesichtigungen, Vorträgen und Schulungen. Gefördert werden nicht nur wirtschaftliche Kontakte, sondern auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit und Unterstützung von beruflicher Bildung in Iran.

Die Umstände der geschäftlichen Beziehungen nach Iran haben sich trotz ungebrochener Gültigkeit des sogenannten „Atomabkommens“ (JCPoA) durch die einseitigen Sanktionen der USA gegen das Land wieder erschwert.

Bankenprobleme im Iran-Geschäft: Spezialisten informierten

An einer Podiumsdiskussion beteiligten sich Khashayar Nivipour von der AHK Iran, Kai Hille – Regional Sales Manager für den mittleren Osten und Asien der TRACOE medical GmbH, Philipp Laass von Euler Hermes und Gunther Kellermann von der BASF. Diese wird ihr Engagement im Iran aufrechterhalten, sich aber an US-Sanktionen halten. Das Unternehmen aus Ludwigshafen rechnet daher damit, dass die Zahlen um bis zu 15 Prozent zurückgehen. Größtes Problem ist bekanntermaßen der Zahlungsverkehr. Dieser war auch vor den erneuten US-Sanktionen nicht unproblematisch, jetzt ist es aber noch schwieriger, für deutsche Firmen geworden, ihre Zahlungen aus Iran in Deutschland zu erhalten, meinten die Teilnehmer.

Zum Potential der iranischen Wirtschaft und zu konkreten Vorgehensweisen im Zahlungsverkehr informierte die „Bank Melli“ als größte iranische Geschäftsbank mit Niederlassungen in aller Welt, auch in Deutschland, in einem Workshop.

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