Grafik der Woche: Mehr Geld, weniger Dollar

Quellen: World Gold Council, Finanzministerium USA / eigene Darstellung

Russland kauft Gold, und zwar neue Rekordmengen. Laut einem neuen Bericht des World Gold Council (WGC) erreichten die Nettokäufe der Zentralbank im dritten Quartal 92,2 Tonnen. Russlands Goldreserven überstiegen damit erstmals seit 1993 mehr als 2.000 Tonnen. Der Gesamtwert der Goldreserven beträgt 78 Milliarden US-Dollar (Stand Goldpreis: 31. Oktober). Der Anteil an den Gold- und Devisenreserven liegt damit bei mehr als 17 Prozent. Bereits Anfang des Jahres hatte die Zentralbank Gold als „100-prozentige Garantie“ gegen rechtliche und politische Risiken bezeichnet. Als die USA im April Sanktionen gegen eine Reihe russischer Unternehmen und Geschäftsleute verhängten,  reduzierte Russland seine US-Staatsanleihen drastisch. 2017 hatte Russland noch US-Wertpapiere in Höhe von rund 100 Milliarden US-Dollar gehalten, im August waren es nur noch 14,1 Milliarden US-Dollar. „Was auch immer die Hauptgründe für den Verkauf von Staatsanleihen und Devisen waren, sie half der russischen Zentralbank, einige Verluste bei diesen Wertpapieren zu vermeiden“, kommentiert das Wirtschaftsblatt Wedomosti die Entwicklungen. Infolge des Zinsanstiegs der US-Notenbank belief sich der Verlust der langfristigen Staatsanleihen im Jahr 2018 auf 9,7 Prozent, berichtet Wedomosti unter Berufung auf Angaben der Bank of America. Und dann gibt es den Kurs der „Dedollarisierung“ der russischen Regierung. Die Zentralbank erklärt die Lage wie folgt: „Wir diversifizieren die gesamte Währungsstruktur. Wir verfolgen eine Politik, die sicherstellt, dass Gold- und Devisenreserven sicher und diversifiziert sind. Wir bewerten alle Risiken: finanziell, wirtschaftlich und geopolitisch“, sagte Zentralbank-Chefin Elwira Nabiullina bereits im Juni. Der Anteil des Goldes an den Reserven Russlands ist in den letzten zehn Jahren um das Zehnfache gestiegen.

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