Doing Business: Russland steigt weiter auf

Russland ist im renommierten Weltbank-Index „Ease of Doing Business“ weiter aufgestiegen und belegt nun Platz 31. Im vergangenen Jahr hatte das Land es bereits auf Platz 35 geschafft. Damit kommt es seinem Ziel immer näher.

Russland ist im renommierten Weltbank-Index „Ease of Doing Business“ weiter aufgestiegen und belegt nun Platz 31. Foto: iStock©van_off

Der russische Präsident Wladimir Putin hat schon vor Jahren das Ziel gesetzt, Russland soll bis 2020 den 20. Platz im Ease of Doing Business Index erreichen; ein damals extrem ehrgeiziges Ziel, bei dem das Land bereits sehr weit vorangekommen ist. Heute belegt Russland Rang 31 von 190, und hat sich damit um vier Plätze zum Vorjahr verbessert. Zum Vergleich: Deutschland liegt auf dem 24. Rang, China ist dagegen mit Rang 46 deutlich schlechter bewertet. Dennoch sind noch wesentliche weitere Reformen erforderlich, um das gesetzte Ziel zu erreichen. 2010 hatte Russland noch den 120. Platz belegt.

Gut bei Baugenehmigungen, Rechtssicherheit und Durchsetzung von Verträgen

Große Fortschritte hat Russland vor allem in den Kategorien Baugenehmigungen und Stromanschlüsse gemacht. Bei den Baugenehmigungen schaffte das Land einen großen Sprung von Platz 115 auf 48. Die Weltbank begründet diesen rasanten Aufstieg mit den deutlich reduzierten Beantragungsfristen für Baugenehmigungen als auch mit wesentlichen Verbesserungen bei der Bauaufsicht. Traditionell gut bewertet ist Russland bei Fragen der Rechtssicherheit. In der Kategorie Durchsetzung von Verträgen hat es sogar den 18. Platz erreicht.

Weiterhin problematisch ist Russlands Außenhandel. Die Weltbank bewertet das Land in dieser Kategorie mit Platz 99. Jedoch hat sich Russland auch hier im Vergleich zum Vorjahr verbessert, wenn auch nur um einen Platz (2018: 100). Es sind die flächendeckende Online-Verzollung und die deutlich reduzierten Wartezeiten, die Russland hier einen „kleinen“ Aufstieg beschert haben.

Russlands Nachbarn Kasachstan und Belarus erreichen mit den Plätzen 28 und 37 ähnliche Bewertungen. Die Ukraine liegt dagegen mit Platz 71 weit abgeschlagen zurück.

Starke Maßnahmen für Putins Ziel

Diese gute Entwicklung Russlands im Index der Weltbank kommt nicht von ungefähr. Die Regierung hatte bereits vor zehn Jahren mit einer umfangreichen Road Map einen ambitionierten Fahrplan für konkrete und weitreichende Verbesserungen für das Investitionsklima beschlossen. Alle Ministerien und ihre untergeordneten Behörden wurden mit einbezogen und bekamen konkrete Zielvorgaben, wobei Beförderungen teilweise direkt vom Erreichen dieser Ziele abhängig waren. Bei der Umsetzung diverser Maßnahmen waren auch die relevanten ausländischen Kaufmannschaften durch ihre Verbände involviert, auch die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK).

Die Weltbank erstellt den Ease of Doing Business Index einmal jährlich, basierend auf Gesprächen mit Beratungsunternehmen, die den Geschäftsaufbau und die Lokalisierung internationaler Unternehmen betreuen. Bis vor zwei Jahren flossen in Russland in die Bewertungen nur Beobachtungen aus den Regionen um Moskau und St. Petersburg ein, seit Kurzem spielen auch die weiteren relevanten Teile des Landes eine Rolle.

 

 

 

 

Ulf Schneider
Geschäftsführender Gesellschafter und Herausgeber
OWC-Verlag

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