USA nimmt strategisch wichtigen Hafen Chabahar von Sanktionen aus

WASHINGTON. Das US-Außenministerium hat am 6. August bekannt gegeben, dass die USA das Entwicklungsprojekt des südwestiranischen Hafens Chabahar von den Sanktionen ausnehmen werden. Das berichtet Reuters. Die Ausnahmegenehmigung, die Außenminister Mike Pompeo erteilt hat, umfasst auch den Bau der Eisenbahnlinie von Chabahar nach Afghanistan sowie den Import von Mineralölerzeugnissen und Lebensmitteln nach Teheran.

Quelle: deccanherald.com

Die strategische Vereinbarung für den Ausbau des Hafens Chabahar wurde vor zwei Jahren von Iran, Indien und Afghanistan nach dem Abschluss des Atomabkommens JCPOA unterzeichnet.

Die UNO-Botschafterin der USA, Nikki Haley, hat bei einer früheren Reise nach Indien bei ihrem Treffen mit Ministerpräsident Narendra Modi gesagt, dass die USA die Mitarbeit Indiens beim Ausbau des iranischen Ports nicht behindern werden. Haley begründete diesen Schritt damit, dass der Hafen für den Aufbau Afghanistans notwendig sei.

Die USA, die in dem zentralasiatischen Land Truppen unterhalten, haben ein politisches Interesse daran, Afghanistan zu entwickeln. Dabei spielt der iranische Port, der im östlichen Teil Irans liegt, eine wichtige Rolle. Zum einen fungiert Chabahar als Brückenkopf von Waren, die weiter nach Afghanistan transportiert werden. Zum anderen können ihn die Schiffe direkt von den Weltmeeren aus ansteuern. Für Indien ist der Hafen deswegen von Interesse, weil das Land dann seine Güter nicht mehr auf dem direkten Weg über Pakistan nach Afghanistan schicken muss. 

Das Wall Street Journal spricht von „einem Dilemma für die USA“. Denn einerseits will Washington die Wirtschaft Irans mit den Sanktionen schädigen. Doch andererseits können die USA das Embargo nicht durchhalten, weil sie aus geopolitischen Gründen davon immer mehr Ausnahmen machen müssen.

Dazu gehört auch der Hafen von Chabahar. Darüber hinaus werden die USA wohl acht Verbündeten und befreundeten Staaten, die auf den Handel mit dem Iran besonders angewiesen sind, Ausnahmegenehmigung erteilen. Medienberichten zufolge gehören dazu Indien, Südkorea, Japan und die Türkei.

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