Putin trifft Delegation der deutschen Wirtschaft

MOSKAU. Der russische Präsident Wladimir Putin hat am 1. November eine Delegation des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft in Moskau getroffen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am 1. November eine Delegation des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft in Moskau getroffen. Foto: kremlin.ru

Rund 20 Vertreter der wichtigsten deutschen Investoren in Russland nahmen am Gespräch im Kreml teil und sprachen über die Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft, Steigerung der Effizienz und der Arbeitsproduktivität in der Industrie, den Ausbau der Energiebeziehungen, gemeinsame Initiativen zur Digitalisierung der Wirtschaft sowie die Zusammenarbeit in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. „Trotz aller Krisen und Konflikte hat sich bis heute die Wirtschaft als stärkste Brücke zwischen Russland und Deutschland und Russland und der EU erwiesen“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Wolfgang Büchele, in seiner Begrüßungsrede. „Der deutschen und russischen Wirtschaft würde es deutlich besser gehen, wenn sich die politischen Beziehungen signifikant verbessern würden und wir insgesamt einen neuen Entspannungsprozess hätten“, sagte Büchele weiter. Wachstum in Europa und Eurasien sei ein gemeinsames Ziel, an dem die EU und Russland arbeiten sollten. Deshalb sei es notwendig, über gemeinsame Standards, Zertifizierungen, Zoll- und Visa-Erleichterungen zu sprechen. Aber auch bei Fragen wie dem regelbasierten Welthandel, der Stärkung der Welthandelsorganisation WTO, der nuklearen Sicherheit, Rohstoffsicherheit und dem Klimaschutz sowie der Digitalisierung hätten EU und Russland gemeinsame Interessen. Beim Thema der gegenseitigen Wirtschaftssanktionen sei jedoch noch keinerlei Bewegung zu erkennen, bemerkte der Vorstandsvorsitzende. Die US-Sanktionen betrachte der OAOEV aber mit Sorgen. Schon heute würden Projekte schwieriger werden, weil global aufgestellte Banken mit der Finanzierung zögern. Deshalb hoffe er, dass das Projekt Nord Stream 2 vollständig realisiert werde. Präsident Putin lobte die deutsche Wirtschaft für ihren Pragmatismus und ihre konstruktive Haltung. „Wir hoffen, dass sich die Geschäftsbeziehungen zwischen unseren Ländern auch in der derzeit schwierigen Welt- und Weltwirtschaftssituation entwickeln werden“, sagte der Präsident und versprach, administrative Hürden zu senken, in die Infrastruktur zu investieren und „kurzum, alles zu tun, damit sich ausländische Investoren, darunter auch deutsche Investoren, in unserem Land wohlfühlen.“