Fitch sagt Trends des russischen Einzelhandels voraus

NEW YORK/MOSKAU. Die weitere Konsolidierung der Marktspieler, ein starker Wettbewerb um Käufer durch Promo-Aktionen und Führungsambitionen des Einzelhändlers Magnit – das sind die wichtigsten Trends des russischen Einzelhandels.

Die weitere Konsolidierung der Marktspieler, ein starker Wettbewerb um Käufer durch Promo-Aktionen und Führungsambitionen des Einzelhändlers Magnit – das sind die wichtigsten Trends des russischen Einzelhandels. Foto: Липунов Г.А. / Lizenz: CC0 1.0 Universal (CC0 1.0)
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Das sagt die Ratingagentur Fitch in einem Report, wie RBK berichtet. Demnach werde der russische Handel immer „reifer“. Der Grad der Spezialisierung erreichte 2017 70 Prozent, 2007 waren es noch 33 Prozent. Dennoch sei der Einzelhandel stark fragmentiert und weise eine ungleiche geografische Verteilung auf. Dies gebe Unternehmen die Möglichkeit noch zu wachsen und sich zu konsolidieren. Die größten Einzelhändler sind laut Fitch Magnit (17.442 Filialen), die X5 Retail Group (13.685 Filialen) und Lenta (354 Filialen). Diese werden in Zukunft weiter expandieren – sowohl organisch als auch durch M&A-Transaktionen. Das EBITDA der Einzelhandelskette Magnit ist zwar rückläufig. Die kürzlich angekündigte Strategie des Einzelhändlers zielt aber darauf ab, die operative Leistung und die Marktführerschaft wiederherzustellen, schreibt Fitch. Das könne „den ohnehin schon starken Wettbewerb auf dem russischen Lebensmitteleinzelhandelsmarkt fördern“. Diese Entwicklung werde jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen, prognostiziert Fitch. Promotionen und Rabatte werden aufgrund der schwachen Erholung der Konsumausgaben für Einzelhändler weiterhin wichtig sein. Die Krise hat laut Fitch auch das Verbraucherverhalten bei der Anzahl der Fahrten zu den Läden beeinflusst: Die Kunden kauften häufiger, jedoch für kleinere Beträge. Dies führte dazu, dass sich das russische Kaufverhalten an das westeuropäische angeglichen hat. Mit der Erholung der Wirtschaft 2018 deutete sich auch eine Erholung des Konsums an. Fitch hält diesen Trend jedoch für fragil, eine deutliche Verbesserung der Konsumentenstimmung sei unwahrscheinlich. Es seien vor allem die Rabatte und Sonderaktionen, die die Verbraucher zum Kauf anregen. Zusätzlichen Druck auf den Verbrauch werden die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 18 auf 20 Prozent ab 2019 und die Abwertung des Rubels ausüben. Damit verzögere sich die Erholung des Konsums um weitere zwölf Monate, sagt Fitch.