Russland will technologische Führerschaft

MOSKAU. Die russische Regierung will innovative Unternehmen im Land fördern. Dafür hat das Wirtschaftsministerium ein neues Projekt mit dem Titel „Technologische Führerschaft“ vorgestellt, das eine Reihe von bereits laufenden Staatsprogrammen unter einem Dach vereint und den Anteil innovativer Unternehmen auf 50 Prozent steigern soll.

Der Anteil der russischen Unternehmen, die Innovationen hervorbringen, liegt bisher bei 6,7 Prozent. Foto: government.ru

Das berichtet Kommersant. Demnach plant das Ministerium verschiedene Präferenzen einzuführen, um die Ausgaben für Forschung und Entwicklung anzuregen, 16 technologische Gebiete zu schaffen und es den Pensionsfonds und Versicherern zu ermöglichen, in Risikokapitalprojekte (Venture-Projekte) zu investieren. Unter anderem sollen Start-up-Akzeleratoren gefördert werden, die Anzahl an Seed-Finanzierungen und Venture-Fonds steigen. Dem Ministerium zufolge muss der Haushalt 280,4 Milliarden Rubel (3,7 Mrd. EUR) für Maßnahmen des Programms bereitstellen. „Leider geht die Einführung von Innovationen in unserem Land viel langsamer voran als wir es gerne hätten“, kommentierte Premierminister Dmitrij Medwedjew die neuen Pläne. Ihm zufolge ist eine umfassende Lösung erforderlich, die alle Bereiche der Wirtschaft betrifft und sich auf nationale Projekte stützt. Zu den weiter diskutierten Maßnahmen der Behörden gehören die Ausweitung der Unterstützung für Start-up-Unternehmen, die Verringerung oder Teilung von Risiken sowie die Steigerung der Nachfrage nach Innovationen der staatlichen Unternehmen. Für letztere, so der stellvertretende Premierminister Maxim Akimow, wird vorgeschlagen, das Staatsprogramm der innovativen Entwicklung bis 2024 zu verlängern. Das Wirtschaftsministerium will der Regierung am 15. November hierfür einen Sechsjahresplan vorlegen. Der Anteil der russischen Unternehmen, die Innovationen hervorbringen, liegt bisher bei 6,7 Prozent.