Deutsche Exporte in den Iran um vier Prozent rückläufig

WIESBADEN. Von Januar bis August 2018 sind die deutschen Exporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent zurückgegangen. In dem besagten Zeitraum entsprach der deutsch-iranische Außenhandel nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit über 2,139 Milliarden Euro in etwa dem Wert vom Vergleichszeitraum 2017 (2,149 Mrd. EUR). Deutschland lieferte Waren im Wert von 1,803 Milliarden Euro (-4%); die iranischen Lieferungen nach Deutschland stiegen allerdings um 29 Prozent und lagen bei 336 Millionen Euro.

Hamburg mit seinen Hafenanlagen an der Elbe ist ein Standort in Deutschland, über den deutsche Exporte in den Iran abgewickelt werden (s. Bild). Die Ausfuhren haben sich nun sich verringert. Foto: iStock © mf-guddyx

Wichtigste Warengruppen bei den deutschen Lieferungen nach Iran von Januar bis August 2018 waren Maschinen, Apparate und mechanische Geräte (674 Mio. EUR), Kraftfahrzeuge, Landfahrzeuge (138 Mio. EUR), pharmazeutische Erzeugnisse (134 Mio. Euro), elektrotechnische Erzeugnisse (119 Mio. Euro) sowie optische, photographische usw. Erzeugnisse (113 Mio. Euro).

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, setzten sich die iranischen Exporte nach Deutschland im Berichtszeitraum unter anderem zusammen aus mineralischen Brennstoffen (104 Mio. Euro), Früchten und Nüssen im Wert von 96 Millionen EUR, anderen Waren tierischen Ursprungs (Häute und Schafsdärme) (25 Mio. EUR), pharmazeutischen Erzeugnissen (17 Mio. EUR), Schellack, Gummis, Harz und Pflanzensaft (15 Mio. Euro) sowie Teppichen (15 Mio. EUR).

Trotz der Bemühungen der europäischen Regierungen, Unternehmen bei der Fortführung ihrer Geschäfte mit dem Iran zu unterstützen, haben sich sowohl Banken als auch andere große Unternehmen nach dem Austritt der USA aus dem Atomabkommen teilweise aus dem Iran zurückgezogen. Die Auswirkungen werden sich wohl in den Handelszahlen für das letzte Quartal wiederspiegeln. Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) sagte der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, der bisherige Rückgang der iranischen Exportvolumina sei „nur der Beginn einer Abwärtsspirale“.
Die Europäische Union erwägt die Schaffung einer Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV), um den weiteren Handel mit dem Iran zu ermöglichen und dem Block im weiteren Sinne zu helfen, die extraterritoriale Reichweite des US-amerikanischen Rechts zu vermeiden.