Brandenburg und Hebei arbeiten enger zusammen

POTSDAM. „Das ist hervorragend gelaufen. China ist für Brandenburg ein immer wichtiger werdender Markt. Dabei stehen Umwelttechnik und Erneuerbare Energien im Vordergrund“, so die Einschätzung von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zum Abschluss einer sechstägigen Reise, die ihn und die begleitende 18-köpfige Unternehmerdelegation Anfang September nach Peking und in Brandenburgs Partnerregion Hebei führte.

Unterzeichnung Vertrag zwischen Lausitzer Klärtechnik (LKT) und China Railway Rolling Stock Corporation Tangshan. Foto: StaVertragsunterzeichnung: Die Lausitzer Klärtechnik GmbH liefert technische Ausrüstungen für 300 Kleinkläranlagen an die China Railway Rolling Stock Corporation Tangshan. Foto: Staatskanzlei Brandenburgatskanzlei Brandenburg
Vertragsunterzeichnung: Die Lausitzer Klärtechnik GmbH liefert technische Ausrüstungen für 300 Kleinkläranlagen an die China Railway Rolling Stock Corporation Tangshan. Foto: Staatskanzlei Brandenburg

Als einen „guten Anfang“ bezeichnete Woidke den Vertrag zwischen dem Luckauer Unternehmen Lausitzer Klärtechnik (LKT) und der China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) Tangshan, der am 13. September unterzeichnet wurde. LKT liefert die technische Ausrüstung für 300 biologische Kleinkläranlagen für acht bis 50 Einwohner sowie drei Kläranlagen in den Größen für 625, 1250 und 2500 Einwohner nach China. Damit sollen in der südchinesischen Provinz Fujian 23 Dörfer an das dezentrale Abwassernetz angeschlossen werden. Zudem kommen Mitarbeiter von CRRC zur Ausbildung und Qualifizierung nach Luckau. Insgesamt geht es um eine Investitionssumme von vorerst einer Million Euro. CRRC, mit 180.000 Mitarbeitern in zahlreichen Geschäftsfeldern eines der größten Unternehmen in China, unterhält bereits ein Büro in Potsdam und kooperiert unter anderem mit der DB-Systemtechnik in Kirchmöser. Im Ergebnis der verschiedenen Fach- und Kooperationsveranstaltungen schlossen weitere acht Unternehmen aus Brandenburg schriftliche Vereinbarungen über künftige Kooperationen und Projekte, darunter die Cottbuser IndustryStock.com, Lausitzer Stahlbau aus Ruhland, GeoClimaDesign aus Fürstenwalde sowie McPhy aus Wildau gemeinsam mit Encon.Europe aus Berlin.

Ein weiterer Höhepunkt der Reise: Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) und die Beijing University of Technology (BJUT) verlängern ihre im Jahr 2002 begonnene Kooperation um weitere sechs Jahre. Dazu unterzeichneten Professor Meinel, Leiter des HPI, und Professor Liu Gonghui, Präsident der BJUT, im Rahmen eines Festaktes die offizielle Verlängerung des deutsch-chinesischen Kooperationsprogrammes „Internet Bridge: Germany-China“. Meinel, der am HPI auch das Fachgebiet Internet-Technologien und –Systeme leitet, unterrichtet seit mehr als 15 Jahren Nachwuchsinformatiker der BJUT online und nimmt dort einmal im Jahr Prüfungen ab. Seit 2011 hat das HPI auch eine eigene Forschungsaußenstelle an der Nanjing University.

In Hebeis Hauptstadt Shijiazhuang wurde zudem die erste Schulpartnerschaft zwischen Brandenburg und Hebei unterzeichnet. Partner sind das Einstein-Gymnasium Potsdam und die Foreign Language School Shijiazhuang. Vorgesehen ist ein Kooperationsprojekt unter dem Motto „Unsere Schule, unsere Stadt: Make a better place“. Dabei sollen deutsche und chinesische Schüler lernen, wie der Alltag in der Schule und das Leben in einer Stadt unter nachhaltigen und umweltverträglichen Gesichtspunkten lebenswerter gemacht und die Erfahrungen umgesetzt werden können. Für 2019 ist ein Schüleraustausch vorgesehen.
Im Schuljahr 2016/2017 bestanden insgesamt 18 Partnerschaften zwischen Schulen in Brandenburg und in China, dort vor allem in Peking und Shanghai. Chinesisch wird in Brandenburg an acht Schulstandorten erteilt, eher spielerisch an Grundschulen, in einer Arbeitsgemeinschaft oder im Pflichtunterricht.