Handeln in Zeiten des Protektionismus

Chancen und Risiken für ausländische Unternehmen – das war das Leitthema einer zweitägigen Konferenz in Minsk. Dabei sahen die Konferenzteilnehmer die Zukunft vor allem in der Eurasischen Wirtschaftsunion.

Chancen und Risiken für ausländische Unternehmen – das war das Leitthema einer zweitägigen Konferenz in Minsk. Foto: SCHNEIDER GROUP

Wie deutsche Unternehmen auf die veränderten Beziehungen zwischen dem Osten und dem Westen reagieren und wie sie die Chancen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) wahrnehmen, das waren Fragen, die mehr als 120 Teilnehmer aus sieben Ländern Mittel- und Osteuropas am 28. und 29. September in die belarussische Hauptstadt Minsk lockten. Der Deutsch-Belarussische Wirtschaftsclub (DBWC) hatte zur 7. Konferenz der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs aus der Region geladen.

„Gerade in Zeiten, in denen Isolation und Protektionismus zunehmen, sollte internationale Zusammenarbeit großgeschrieben werden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des DBWC Hovsep Voskanyan, der die Veranstaltung eröffnete. Umso wichtiger sei es, dass Unternehmen aus verschiedenen Ländern aufeinander zugehen und zusammen Lösungen entwickeln. Grußworte richteten auch der deutsche Botschafter in Belarus, Peter Dettmar, sowie der belarussische Finanzminister, Maxim Ermolovich, an die Konferenzteilnehmer.

Der erste Teil der Konferenz widmete sich den Herausforderungen im internationalen Handel und der Bedeutung der Wirtschaft in politisch angespannten Zeiten. Auf der Bühne diskutierten dazu neben Voskanyan auch Ulf Schneider, Managing Partner der SCHNEIDER GROUP, Uwe Leuschner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsclubs Russland und Senior Vice President Business Development East Region bei DB Schenker, sowie Sergey Novitzky, Mitglied des Rats für die Entwicklung des Unternehmertums in Belarus.

Auf der zweiten Plenarsitzung standen Bankdienstleistungen im internationalen Geschäft im Fokus. Das Panel leitete Hans-Joerg Krohn, Regional Head CIS, Financial Institutions der Commerzbank AG.

Im Anschluss ging es an „runde Tische“. Die Teilnehmer besprachen die Themen IT, Belarus als logistische Drehscheibe zwischen West und Ost sowie Investitionsbedingungen und -möglichkeiten.

Wirtschaft tritt für Wirtschaftsraum Lissabon-Wladiwostok ein

Ein wichtiges Ereignis der Konferenz war der Beitritt des Deutsch-Belarussischen Wirtschaftsclubs zur Initiative „Lissabon-Wladiwostok“. Aus dem Arbeitskreis „Lissabon-Wladiwostok“ entstanden, setzt sie sich für den Freihandel zwischen der EU und Eurasien ein. „Die Initiative ist ein gutes Beispiel dafür, wie man auf das Auseinanderdriften reagieren sollte“, erklärte Eugen Gudi, Leiter der Repräsentanz des DBWC, der das Memorandum unterzeichnete. Es seien jene konkrete Vorschläge, Probleme zu lösen, die mehr Chancen für die Unternehmen und die Wirtschaft schafften.

Der Wirtschaftsclub ist damit die dritte Institution aus Belarus, die der Initiative beitritt. Ebenfalls Mitglied sind die Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Belarus und die Handels- und Industriekammer von Belarus. Daneben stehen viele weitere Verbände und Unternehmen im Ost-Geschäft für den Wirtschaftsraum Lissabon-Wladiwostok ein.

Den Abschluss der Konferenz bildete ein Empfang in der Residenz des deutschen Botschafters in Belarus. Am nächsten Tag hatten die Unternehmen überdies die Gelegenheit, den Industriepark Great Stone zu besuchen. Der Park mit einer Fläche von 91,5 Quadratkilometern ist ein belarussisch-chinesisches Projekt und steht wie kein anderes für einen gemeinsamen Raum zwischen Europa und Asien.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here