TU Clausthal: Millionenprojekt mit Sichuan University

CHENGDU/CLAUSTHAL. Es ist das größte internationale Projekt in der Geschichte der Harzer Universität. Gemeinsam investieren die TU Clausthal und die Sichuan University in den kommenden zwölf Jahren 20 Millionen Euro in ein forschungs- und innovationsstarkes Bildungsprojekt: das Chinesisch-Deutsche Internationale Hochschulkolleg (CDIHK).

Die Universitätspräsidenten Professor Thomas Hanschke (TU Clausthal) und Professor Li Yanrong (Sichuan University) haben die Verträge für das Chinesisch-Deutsche Internationale Hochschulkolleg (CDIHK) unterschrieben. Foto: TU Clausthal/Ernst
Die Universitätspräsidenten Professor Thomas Hanschke (TU Clausthal) und Professor Li Yanrong (Sichuan University) haben die Verträge für das Chinesisch-Deutsche Internationale Hochschulkolleg (CDIHK) unterschrieben. Foto: TU Clausthal/Ernst

Die Verträge wurden Anfang Juli von den Präsidenten beider Universitäten, Prof. Thomas Hanschke und Prof. Li Yanrong, auf dem Jiangan-Campus der Sichuan University in Chengdu unterzeichnet. Sowohl in Clausthal als auch in Chengdu wird das neue Hochschulkolleg als institutionalisierte Einrichtung zum 1. September 2019 an den Start gehen. Beide Standorte werden, rechtlich unabhängig, über eine gemeinsame virtuelle Organisationsstruktur verbunden sein. Das bilaterale Projekt beginnt mit drei identischen Studiengängen – Geoumwelttechnik (Geoenvironmental Engineering), Informatik und Elektrotechnik – sowie einem Promotionskolleg. Wer am CDIHK studiert und sich auf dem Campus in Südniedersachsen und in Fernost ausbilden lässt, erhält einen Doppelabschluss der traditionsreichen Harzer Universität und der chinesischen Exzellenzuniversität. Zum Auftakt werden 100 Studierende aus Chengdu nach Clausthal kommen, später sollen es pro Jahrgang 150 sein.

Die Investitionssumme von rund 20 Millionen Euro für das gesamte CDIHK wird laut Vertrag zu etwa drei Vierteln von der chinesischen Seite übernommen. Für den Clausthaler Teil werden auch Fördermittel eingebracht. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Wirtschaft. Unternehmen wie die Volkswagen AG und die Continental AG wollen für die Studierenden Praktikumsplätze bereitstellen.

Mehr als zwei Jahre intensiver Vorbereitung waren dem feierlichen Unterzeichnen der Verträge für das CDHIK vorausgegangen. Die Idee eines bilateralen Hochschulkollegs entstand am 10. April 2016. Damals wurde der damalige chinesische Forschungsminister Prof. Wan Gang, ein Clausthaler Alumnus, an der TU zum Honorarprofessor bestellt. Beim Verwirklichen des Plans kam den Clausthalern ihre lange China-Tradition zugute: Seit 2004 unterhält die Hochschule intensive Beziehungen zur Sichuan Universität, die 70.000 Studierende und 11.000 wissenschaftliche Beschäftigte zählt.