100 Mrd. USD für die regionale Infrastruktur

Vor wenigen Tagen hat der russische Wirtschaftsminister Oreschkin einen vorläufigen Plan zur Entwicklung der russischen regionalen Infrastruktur vorgelegt. In den nächsten sechs Jahren ist dafür ein Milliarden-Investitionsvolumen vorgesehen. Bis Ende 2018 soll der Plan verabschiedet werden. Die Ausarbeitung hatte Präsident Putin im Mai beauftragt. Auch deutsche Unternehmen können auf Aufträge hoffen.

Der Investitionsplan des russischen Wirtschaftsministeriums könnte vielen russischen Regionen einen Schub verleihen.
Der Investitionsplan des russischen Wirtschaftsministeriums könnte vielen russischen Regionen einen Schub verleihen. Foto: iStock © Mordolff

Der Investitionsplan des russischen Wirtschaftsministeriums könnte vielen russischen Regionen einen Schub verleihen. Von 2019 bis 2025 sollen etwa 100 Milliarden US-Dollar in die Straßen-, Luftfahrt-, Schifffahrt- und Schieneninfrastruktur investiert werden. Dabei geht es sowohl um Ost-West-Korridore als auch Nord-Süd-Verbindungen. Aufgelistet sind fast 700 Einzelprojekte. Die meisten sind im europäischen Teil Russlands, insbesondere in Südrussland und im Nordkaukasus. Die Finanzierung soll etwa zur Hälfte aus föderalen Mitteln erfolgen. Ein Großteil soll durch staatliche Unternehmen und ÖPP-Projekte (Öffentlich-private Partnerschaften) vorangetrieben werden.

Im Straßen- und Schienenverkehr liegt ein Fokus auf dem Süden Russlands. Die Straßenverbindung Krasnodar-Sotschi und eine Bahnverbindung vom Schwarzen Meer durch den Nordkaukasus ans Kaspische Meer sollen ausgebaut werden. Auch die neue Schnellstrecke Moskau-Kasan, bei der es auch eine deutsche Bietergemeinschaft gibt, fällt mit in diese Regionaloffensive der russischen Regierung. Geplant ist auch der Ausbau der sogenannten Baikal-Amur-Magistrale (BAM), der nördlichen Route der Transsibirischen Eisenbahn.

Im Luftverkehr sollen diverse regionale Flughäfen modernisiert werden. Genannt sind unter anderem Tscheljabinsk, Stawropol, Woronesch und Orenburg. Das passt auch zur Regionaloffensive der größten russischen Fluggesellschaft Aeroflot. Im Bereich der Schifffahrt liegt der Schwerpunkt im Ausbau der Hafen- und Terminalstruktur am Schwarzen Meer. Ein Schlüsselprojekt ist dabei der großflächige Ausbau des Hafens Taman in der Region Krasnodar. Dadurch will Russland einen besseren Zugang zu den Anrainerstaaten des Atlantischen und Indischen Ozeans herstellen (u. a. Indien, China, Brasilien).

Geschäfte für deutsche Unternehmer

Deutsche Unternehmen insbesondere aus der Bau- und Maschinenbaubranche könnten davon auch profitieren. Die Erfahrung bei den Olympischen Spielen in Sotschi und der Fußball-WM in diesem Sommer in Russland haben gezeigt, dass es zwar schwierig ist, an staatliche Großaufträge zu kommen, russische Generalbauunternehmen jedoch häufiger in technisch anspruchsvolleren Gewerken Aufträge an Spezialbauunternehmen vergeben. Deshalb haben auch deutsche Planungsbüros und Ingenieurgesellschaften durchaus realistische Chancen, bei Aufträgen erfolgreich zu sein.

In eigener Sache: Der OWC-Verlag plant Anfang 2019 eine Konferenz darüber, wie Deutsche erfolgreich an russischen Staatsaufträgen partizipieren können. Schreiben Sie mir gerne bereits heute, wenn wir Sie hierzu auf dem Laufenden halten sollen: us@owc.de.

 

 

 

 

 

Ulf Schneider
Geschäftsführender Gesellschafter und Herausgeber
OWC-Verlag