Handel Irans mit der EU übersteigt bis Ende Juli 12 Milliarden Euro

TEHERAN. Der Iran hat von Januar bis Ende Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seine Exporte in die EU um 11,5 Prozent auf 6,93 Milliarden Euro erhöht. Wie die iranische Wirtschaftszeitung „Financial Tribune“ berichtet, verringerten sich die Importe aus der Gemeinschaft um 19,9 Prozent auf 5,08 Milliarden Euro.

Die iranischen Ölexporte sind seit April um 35 Prozent gesunken. Foto: iStock © Михаил Руденко

Der Wert des Handelsvolumens zwischen dem Iran und den 28 EU-Mitgliedsstaaten lag in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres bei 12,02 Milliarden Euro. Dies war ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent.

Die größten europäischen Handelspartner Irans waren Italien (2,93 Mrd. Euro), Frankreich (1,98 Mrd. Euro), Spanien (1,82 Mrd. Euro), Deutschland (1,71 Mrd. Euro) und Griechenland (1,04 Mrd. Euro). Der Grund für die hohen Wachstumsraten der iranischen Exporte in einige EU-Länder ist, dass das Land im Januar 2016 wieder damit begonnen hat, Öl nach Europa zu liefern. Die USA und die EU hatten damals ihre Sanktionen gegen das Land aufgehoben, weil Teheran seinen Verpflichtungen aus einem Atomabkommen nachgekommen war.

Der deutsch-iranische Außenhandel ist bis Ende Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf 1,831 Milliarden Euro zurückgegangen. Deutschland lieferte Waren im Wert von 1.532 Mio. Euro (minus 6%). Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verkaufte Deutschland in diesem Zeitraum vor allem Maschinen, Apparate und mechanische Geräte (520 Mio. Euro), Kraftfahrzeuge, Landfahrzeuge (136 Mio. Euro), pharmazeutische Erzeugnisse (110 Mio. Euro), optische und fotografische Erzeugnisse (104 Mio. Euro) sowie elektrotechnische Erzeugnisse (102 Mio. Euro).

Die iranischen Lieferungen nach Deutschland lagen in diesem Zeitraum bei 299 Millionen Euro (plus 29%). Der Iran exportierte unter anderem mineralische Brennstoffe (93 Mio. Euro), Früchte und Nüsse im Wert von 87 Millionen Euro, Waren tierischen Ursprungs wie Häute und Schafsdärme (21 Mio. Euro), pharmazeuti¬sche Erzeugnisse (15 Mio. Euro), Schellack, Gummi, Harz und Pflanzensaft (14 Mio. Euro) sowie Teppiche (13 Mio. Euro) nach Deutschland.

Mit dem Inkrafttreten der US-Sanktionen gegen den Iran im August haben sich einige europäische Unternehmen bereits aus dem iranischen Markt zurückgezogen. Am 4. November beginnt dann die zweite Runde der US-Sanktionen, die gegen den iranischen Öl- und Finanzsektor gerichtet sind.

Die iranischen Rohölexporte sind schon jetzt seit April um rund 35 Prozent gesunken. In den ersten zwei Septemberwochen verkaufte der Iran nach Informationen von Bloomberg Tanker Tracking durchschnittlich 1,6 Millionen Barrel pro Tag. Zum Vergleich: Im April waren es noch 2,5 Millionen Barrel pro Tag gewesen.