2. Dez.: Waffenstillstand

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping einigten sich beim G20-Gipfel in Buenos Aires auf einen 90-tägigen „Waffenstillstand“.

Washington hat seinen Plan verschoben, die Strafzölle auf chinesische Einfuhren in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar für 90 Tage von zehn Prozent auf 25 Prozent zu erhöhen. Man wolle mehr Zeit für Verhandlungen haben, so die Begründung. Die Tarife sollten am 1. Januar 2019 in Kraft treten. Im Gegenzug erklärte sich China damit einverstanden, eine „große Menge“ amerikanischer Güter einschließlich Energie, Industrie- und landwirtschaftlicher Produkte zu kaufen. Dies würde dazu beitragen, das große Handelsdefizit zwischen den beiden Ländern zu verringern. Trump berichtete, dass China zudem seine Zölle auf US-Autos reduzieren oder gar beseitigen werde. Derzeit liegen sie bei 40 Prozent.

Die beiden Seiten einigten sich auch darauf, Verhandlungen über weitere problematische Fragen aufzunehmen, einschließlich des Schutzes geistigen Eigentums, nichttarifärer Handelshemmnisse und Cyber-Kriminalität.

Um den Überblick zu bewahren, können Sie in der laufend aktualisierten Chronik die Entwicklungen im US-chinesischen Handelskonflikt nachverfolgen.

„Ich bin bereit, bis 500 zu gehen.“ Donald Trump, 20.07.2018. Foto: Gage Skidmore (Ausschnitt) / Lizenz: Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0) / Quelle: flickr

 

USA vs. China

Chronik eines Krieges

2. Dezember

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping einigten sich beim G20-Gipfel in Buenos Aires auf einen 90-tägigen „Waffenstillstand“.

Washington hat seinen Plan verschoben, die Strafzölle auf chinesische Einfuhren in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar für 90 Tage von zehn Prozent auf 25 Prozent zu erhöhen.

Im Gegenzug erklärte sich China damit einverstanden, eine „große Menge“ amerikanischer Güter einschließlich Energie, Industrie- und landwirtschaftlicher Produkte zu kaufen.

24. September

Auf weitere Waren aus nahezu allen Branchen,  die aus China importiert werden, wird zunächst ein zehnprozentiger Strafzoll im Wert von 200 Milliarden US-Dollar erhoben.

China belegt jetzt US-Einfuhren in Höhe von 60 Milliarden US-Dollar mit weiteren Zöllen in Höhe von fünf beziehungsweise zehn Prozent. 

23. August

Eine von Chinas stellvertretenden Handelsminister Wang Shouwen geleitete Delegation war auf Einladung der amerikanischen Seite zu Gesprächen nach Washington gereist. Das erste bilaterale Treffen seit der Eskalation in den Handelsbeziehungen beider Länder im Juni dieses Jahres hat jedoch kaum Fortschritte gebracht. Allerdings betonten beide Seiten, in Kontakt bleiben zu wollen. Delegations-Chef der amerikanischen Seite ist Finanzstaatssekretär David Malpass.

10. August

Das chinesische Handelsministerium teilt auf seiner Webseite die Veröffentlichung einer angepassten Warenliste mit, für die bereits am 16. Juni Sonderzölle angekündigt wurden, damals aber noch kein Termin für das Inkrafttreten genannt wurde. Der steht jetzt fest: Ab dem 23. August 2018, 12:01 Uhr, erhebt China einen Zoll in Höhe von 25 Prozent auf die entsprechenden US-Einfuhren. Die Liste wurde angepasst, einige zunächst genannte Waren wurden gestrichen, andere dafür neu auf die Liste gesetzt.

7. August

Das Büro des US-Handelsbeauftragten (United States Trade Representative , USTR) veröffentlicht eine Liste mit Waren mit Ursprung in China, die mit einem zusätzlichen Zollsatz von 25 Prozent belegt werden sollen. Der Wert dieser Einfuhren wird mit ca. 16 Mrd. USD angegeben. Dabei handelt es sich um eine zweite Tranche von Zusatzzöllen, die auf die erste bereits am 6. Juli in Kraft getretene Tranche von Zusatzzöllen auf chinesische Einfuhren im Wert von rund 34 Mrd. USD folgt. Die Liste enthält nur noch 279 der ursprünglich 284 Zolltarifpositionen, die auf der am 15. Juni veröffentlichten Liste standen. Es wird angekündigt, dass Zoll und Grenzschutz am 23. August mit der Erhebung der zusätzlichen Zölle beginnen werden.

3. August

Laut einer Erklärung des chinesischen Handelsministeriums ist China bereit, zusätzliche Zölle auf US-Importe in Höhe von 60 Mrd. USD einzuführen.

2. August

Auf Anweisung von Präsident Trumps prüft die US-Regierung einen möglichen Zollsatz von 25 Prozent auf chinesische Waren mit einem Gesamtwert von 200 Mrd. USD, wie es aus dem Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer hieß.

20. Juli

Trump wirft China und der EU „illegale“ Manipulation ihrer Währungen und Zinsen vor und droht Peking mit einer drastischen Ausweitung der Strafzölle auf bis zu 500 Mrd. USD.

11. Juli

Die US-Regierung legt eine weitere Liste mit Waren im Wert von 200 Mrd. USD vor, auf die neue Zölle erhoben werden könnten.

Peking reagiert mit Unverständnis und kündigt Vergeltungsmaßnahmen an.

6. Juli

US-Zölle auf chinesische Waren in Höhe von 25 % und im Wert von 34 Mrd. USD treten in Kraft.

China reagiert noch am selben Tag  mit Vergeltungsmaßnahmen in gleicher Höhe.

4. Juli

ZTE wird laut US-Handelsabteilung erlaubt, einige Geschäftsaktivitäten im Land vorübergehend wieder aufzunehmen.

19. Juni

Trump lässt weitere Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. USD prüfen.

China wirft den USA bei Zöllen „Erpressung“ vor und droht mit Reaktion.

16. Juni

Chinas Zollbehörden bestätigen neue Zölle in Höhe von 25 % auf 659 Güter im Wert von rund 50 Mrd. USD.

15. Juni

Trump genehmigt die angedrohten Zölle auf chinesische Waren im Wert von 50 Mrd. USD.

3. Juni

US-Handelsminister Ross reist für Gespräche nach Peking. Die Trump-Regierung vereinbart mit ZTE eine Geldbuße in Höhe von einer Milliarde US-Dollar. Das Unternehmen soll zudem ein von den USA ausgewähltes Compliance-Team übernehmen.

China bietet an, im Gegenzug für die Aufhebung der von der Trump-Regierung angekündigten Zölle Waren im Wert von 70 Mrd. USD zu kaufen.

29. Mai

Das Weiße Haus veröffentlicht eine Erklärung, dass es Zölle auf chinesische Importe in Höhe von 50 Mrd. USD erheben wird.

China ist bereit zurückzuschlagen: „Wir wollen keinen Handelskrieg, aber wir haben keine Angst, einen zu bekämpfen.“

19. Mai

China und die USA geben bekannt, dass sie einen Waffenstillstand erreicht haben.

18. Mai

China kündigt an, die Zölle auf US-Sorghum zu beenden, um Spannungen abzubauen.

15. Mai

Die bilateralen Gespräche werden in Washington fortgesetzt. China ist Berichten zufolge bereit, wieder US-Landwirtschafts- und Energieprodukte zu kaufen.

13. Mai

Trump twittert, dass er daran arbeite, ZTE „eine Möglichkeit zu geben, schnell wieder ins Geschäft zu kommen“.

3. Mai

In Peking beginnen bilaterale Gespräche zwischen beiden Ländern. Das Weiße Haus beschreibt die erste Verhandlungsrunde als „offene Diskussion“.

Die chinesische Regierung berichtet, die beiden Seiten seien in einigen Fragen weit voneinander entfernt.

17. April

Die chinesische Regierung gibt vorläufige Antidumpingzölle in Höhe von 179 Prozent auf die Einfuhr von US-Sorghum bekannt.

16. April

Die USA verbieten der chinesischen ZTE Corp. den Kauf von US-Technologie und erlegen dem Unternehmen Bußgelder für Geschäfte mit dem Iran und Nordkorea auf.

5. April

Die USA überprüfen, weitere chinesische Waren mit Zöllen im Wert von 100 Mrd. USD zu belegen.

China warnt, es habe „bereits sehr detaillierte Gegenmaßnahmen formuliert“.

4. April

China droht mit weiteren Vergeltungs-Zöllen in Höhe von 25 % auf 106 US-amerikanische Güter, darunter Autos, Flugzeuge und landwirtschaftliche Produkte.

3. April

Washington veröffentlicht eine Liste mit industriellen Hightech-Produkten aus China, die mit Zöllen im Wert von 50 Mrd. USD belegt werden könnten.

2. April

China kündigt weitere Zölle auf US-Importe in Höhe von drei Mrd. USD an, die auf 128 Produkte einschließlich US-amerikanischer Agrarrohstoffe zielen.

22. März

Die USA veröffentlichen ihren Bericht, der feststellt, dass China unlautere Handelspraktiken in Bezug auf Technologietransfer, geistiges Eigentum und Innovation gemäß Abschnitt 301 des US-Handelsgesetzes betreibt. Washington droht vor der WTO zu klagen sowie mit neuen Investitionsregeln und Zöllen auf chinesische Waren in Höhe von bis zu 60 Mrd. USD.

9. März

Die USA kündigen Zölle in Höhe von 25 % auf Stahl und 10 % auf Aluminium an.

China, der größte Stahlexporteur der Welt, nennt die Zölle „einen ernsthaften Angriff“ auf den internationalen Handel und kündigt an, „entschlossen zu handeln“, wenn chinesische Unternehmen dadurch Verluste erlitten.

Februar

Peking äußert „starke Unzufriedenheit“ über die Entscheidung und fügt hinzu, dass sie „das globale Handelsumfeld verschärft“. China leitet eine Untersuchung ein und wendet  „Antisubventionsmaßnahmen“ gegen Sorghum-Hirse aus den USA in Höhe von 1,1 Mrd. USD an.

2018 Januar

Die USA erheben Schutzzölle auf weltweite Importe in Höhe von 8,5 Mrd. USD, darunter Solarpaneele und Waschmaschinen.

Oktober

Die US-amerikanische Handelskommission USITC stellt fest, dass Importe von Solarzellen und Waschmaschinen aus China die heimische Industrie geschädigt haben, und empfiehlt „globale Sicherheitsbeschränkungen“ einzuführen.

August

Chinas staatliche Medien reagieren: Eine solche Untersuchung werde die Beziehung zwischen den beiden Ländern „vergiften“. Die Regierung kritisiert den „Unilateralismus und Protektionismus“ der Trump-Regierung.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer untersucht, ob es unlautere chinesische Handelspraktiken insbesondere mit Blick auf den Diebstahl geistigen Eigentums in den USA gibt.

2017 April

Trump leitet Untersuchungen zu Importen von Stahl und Aluminium ein.

 

 

 

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