Regierung sichert Ölindustrie Unterstützung zu

MOSKAU. Die russische Regierung hat der Erdölindustrie ihre Unterstützung zugesichert. Zwar werden die Kraftstoffpreise nicht steigen, erklärte Premierminister Dmitrij Medwedjew. Jedoch will Moskau die Unterstützung für die Industrie erhöhen. Das könnte Russland mindestens 900 Milliarden Rubel (11,5 Mrd. EUR) kosten, berichtet Wedomosti.

Die russische Regierung hat der Erdölindustrie ihre Unterstützung zugesichert. Foto: iStock © Sergei Dubrovskii

Die Benzinpreise waren in Russland unmittelbar nach den Präsidentschaftswahlen dramatisch gestiegen: Innerhalb von zwei Monaten kletterte das meistverkaufte Benzin in Russland Ai-92 um acht Prozent, Dieselkraftstoff um 14 Prozent nach oben. Ende Mai hatten die Unternehmen der Industrie mit der Regierung vereinbart, die Preise im Gegenzug für die Senkung der Verbrauchsteuern zu senken. Jetzt wollen sie weitere Hilfe vom Budget. Gegen die zusätzlichen Kosten sprach sich derweil das Finanzministerium aus. „Aus unserer Sicht wäre es sehr seltsam, dass das Geld, das von der gesamten Bevölkerung in Form einer Erhöhung der Mehrwertsteuer eingezogen wird, an die Ölgesellschaften geht“, sagte der stellvertretende Finanzminister Ilja Trunin. Benzinpreise seien aber ein politisches Problem, kommentiert der Chefanalyst des Investmentunternehmens BCS Global Markets, Wladimir Tichomirow. Ihr Wachstum beunruhigt die Bevölkerung, die bereits mit der Erhöhung des Rentenalters und der Mehrwertsteuer zu kämpfen hat. Darüber hinaus führte der unerwartete Preisanstieg im April bis Mai 2018 zu einem starken Anstieg der Inflationserwartungen, sagt die Zentralbank. Ein abschließender Beschluss bleibt abzuwarten.