Aeroflot startet neue Regionalinitiative

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot plant neue Hubs in den Regionen. Davon würden nicht nur diese profitieren. Aeroflot könnte damit auch ein Zeichen für deutsche Investoren setzen.

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot plant neue Hubs in den Regionen. Davon würden nicht nur diese profitieren. Foto: iStock © Lina Moiseienko

Russlands größte Fluggesellschaft Aeroflot gab kürzlich die Grundzüge ihrer Strategie für die nächsten fünf Jahre bekannt. Für viele Beobachter unerwartet, will der Carrier wieder vermehrt Hubs in den Regionen aufbauen. Das überrascht, da sich Aeroflot in den vergangenen Jahren stark auf den Moskauer Flughafen Scheremetjewo konzentriert hat, was unter anderem auch der St. Petersburger Flughafen Pulkowo negativ zu spüren bekam.

Neben St. Petersburg wird vermutlich auch eine Stadt im Süden Russlands ein neuer Knotenpunkt werden. Infrage kämen hier Rostow am Don oder Krasnodar. Genauere Information plant Aeroflot Ende September bekannt zu geben.

Airline baut Flugverkehr aus

Durch die neue Regionalinitiative möchte man das Passagieraufkommen von 50 Millionen im Jahr 2017 noch deutlich steigern. Aeroflot ist bereits heute eine der 20 größten Fluggesellschaften weltweit, gemessen am Passagieraufkommen. Auch den internationalen Flugverkehr will Aeroflot weiter ausbauen. Fraglich ist, ob davon auch der deutsch-russische Flugverkehr profitieren wird. Bereits heute fliegt Aeroflot acht deutsche Städte meist mehrmals täglich an.

Im Rahmen der geplanten Regionalinitiative will die Airline weitere 100 Flugzeuge des russischen Typs Suchoi Superjet 100 anschaffen. Dieses Kurz- und Mittelstreckenflugzeug ist auch für den Flugbetrieb in der EU zugelassen. Damit könnte auch Deutschland aus den westlichen Regionen Russlands angesteuert werden.

Allerdings warnen Branchenkenner, dass die Regionalinitiative für die Airline eine dauerhafte finanzielle Belastung werden könnte. Die Entscheidung für regionale Hubs sei vermutlich auch eine Folge von Äußerungen des russischen Oligarchen Wiktor Wechselberg, der Aeroflots Moskau-Strategie gegenüber Präsident Putin deutlich kritisiert hatte.

Regionen würden profitieren

Für die russischen Regionen und ihre wirtschaftliche Entwicklung sind das positive Nachrichten. Der Flugverkehr zwischen den Regionen ist unterentwickelt und führt dazu, dass Fluggäste oft in Moskau umsteigen müssen. Ein gutes Zeichen könnte Aeroflot auch für deutsche Investoren setzen, wenn deutsche Großstädte wieder stärker direkt mit den russischen Regionen verbunden wären. Lufthansa hatte vor einigen Jahren alle Verbindungen aus Frankfurt in die russischen Regionen eingestellt und fliegt nur noch Moskau und St. Petersburg an. Aeroflot hat nun die Chance, die Attraktivität russischer Regionen für Investoren deutlich zu erhöhen. Nicht zuletzt würde es seine starke Marktstellung im deutsch-russischen Flugverkehr weiter ausbauen.

 

 

 

 

 

Ulf Schneider
Geschäftsführender Gesellschafter und Herausgeber
OWC-Verlag

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