Neueste Lackierroboter von Dürr starten in Chongqing

BIETIGHEIM-BISSINGEN. Beim chinesischen Elektroauto-Hersteller Sokon in Chongqing wird im Oktober dieses Jahres eine neue Lackiererei des Maschinen- und Anlagenbauers Dürr den Betrieb aufnehmen. Zum Einsatz kommen 60 Roboter der neuesten Generation in der Innen- und Außenlackierung, 20 weitere Roboter werden Schweißnähte abdichten und Dämmstoffe auftragen. Als Generalunternehmer hat Dürr die komplette Lackiererei geliefert und trug die Verantwortung bei der Herstellung des Gebäudes und der dazugehörigen drei Hochregallager. Sokon hatte den Auftrag an Dürr im Jahr 2017 erteilt.

Kurz vor der Inbetriebnahme: Die neue Robotergeneration von Dürr wird bald Elektroautos in China lackieren. Foto: Dürr AG
Kurz vor der Inbetriebnahme: Die neue Robotergeneration von Dürr wird bald Elektroautos in China lackieren. Foto: Dürr AG

Die Chongqing Sokon Industry Group Co. Ltd. produziert und vertreibt Fahrzeuge und Kfz-Teile. Das Unternehmen produziert Sport Utility Vehicles, New Energy Vehicles, elektrische Nutzfahrzeuge und Motorenprodukte. In dem betreffenden Werk in Chongqing werden unterschiedliche vollelektrische SUV-Modelle lackiert. Zum ersten Mal wird ein Lackierroboter der dritten Generation von Dürr in einer chinesischen Automobilfabrik eingesetzt: Er verfügt über sieben rotatorische Achsen und ist daher sehr viel beweglicher als die mit sechs Achsen ausgestatteten Vorgänger. So können auch bisher schwer zugängliche Stellen im Kfz-Innenraum ohne Probleme erreicht und lackiert werden.

Die dritte Dürr-Robotergeneration ist modular aufgebaut. Das erhöht die Einsatzmöglichkeiten, vereinfacht das Ersatzteilmanagementmit, reduziert Kosten und erleichtert Wartungsarbeiten. Zudem sind die neuen Lackier- und Sealing-Roboter fit für Industrie-4.0-Anwendungen. Sensoren erfassen unter anderem Temperatur, Betriebsstunden und Abnutzungsgrad der Komponenten. Eine ebenfalls neu entwickelte Prozess- und Bewegungssteuerung überträgt diese Informationen an das übergeordnete Wartungs- und Steuerungssystem. Mit dieser Technologie ist es möglich, die Daten mehrerer Lackierkabinen oder sogar kompletter Lackierereien zusammenzuführen und auszuwerten.

Das Geschäft der Dürr AG mit Produktionstechnik für Elektroautos entwickelt sich gut. Neben den etablierten Autobauern investieren auch neue Produzenten von Batteriefahrzeugen in den Bau von Lackierereien und Montagelinien. Einen der bisher größten E-Mobility-Aufträge erteilte zuletzt die chinesischen Future Mobility Corporation (FMC). Für deren Marke Byton baut Dürr in Nanjing eine Lackiererei für 150.000 Autos jährlich.