Putin und Trump mit erstem Gipfel seit 2010

HELSINKI. Der erste Gipfel zwischen Russland und den USA seit acht Jahren ist Mitte Juli ohne konkrete Ergebnisse, aber mit heftiger Kritik zu Ende gegangen. Beide Staatsoberhäupter, Wladimir Putin und Donald Trump, zeigten sich zufrieden und äußerten sich zu unterschiedlichen Themen.

Der erste Gipfel zwischen Russland und den USA seit acht Jahren ist Mitte Juli ohne konkrete Ergebnisse aber mit heftiger Kritik zu Ende gegangen. Foto: kremlin.ru

Wichtig war der geplante Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee. „Unsere beiden Länder könnten konstruktiv daran arbeiten, die internationalen Märkte zu regulieren. Denn auch Russland ist nicht daran interessiert, dass die Öl- und Gaspreise unter eine gewisse Grenze gehen“, erklärte Putin. „Wir werden mit Russland einen Konkurrenzkampf beginnen“, kündigte Trump an. Die mutmaßliche Einmischung Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, aus dem Trump als Sieger hervorgegangen war, war auch ein Thema. „Wir haben uns nie in inneramerikanische Angelegenheiten eingemischt“, betonte Putin. Sein US-amerikanischer Amtskollege schenkte ihm zunächst Glauben. Einige Tage später revidierte er diese Aussage allerdings wieder, nachdem er dafür heftig kritisiert worden war. „Wir haben einen brillianten Wahlkampf geführt, auch deshalb bin ich Präsident“, erklärte Trump. „Die Gespräche waren ein Erfolg“, sagte das russische Staatsoberhaupt. „Dies war der Auftakt eines langen Prozesses des Dialogs“, sagte der US-Präsident. Darüber hinaus äußerten sich beide über viele weitere Themen – beispielsweise über nukleare Abrüstung sowie über die Fußball-Weltmeisterschaft. In den USA stieß das Treffen auf enorme Kritik aus allen politischen Lagern. Es war erwartet worden, dass Trump die Vorwürfe rund um die US-Präsidentschaftswahlen ernsthaft ansprechen würde. Einige Politiker und hochrangige Beamte warfen Trump Vaterlandsverrat vor. Auch die internationale sowie die deutsche Presse kritisierte Trumps Besuch in Helsinki heftig. Er fördere damit Versuche, die EU zu spalten.

1 KOMMENTAR

  1. Es ist zu begrüßen, dass nach langer Zeit wieder ein konstruktiver Dialog zwischen den beiden Staatsoberhäuptern aufgenommen wurde. Es gibt vielfache gemeinsame Interessen, und auch dort, wo Meinungsverschiedenheiten bestehen, können diese nur in einem konstruktiven Dialog geklärt werden.
    In gleicher Weise wäre es zu begrüßen, wenn legitime Projekte der Privatwirtschaft im deutsch-russischen Verhältnis, einschließlich insbesondere auch des Nord Stream 2 Projekts, respektiert würden und diesen nicht nur der rechtliche Schutz zuteil würde, welcher selbstverständlich sein sollte, sondern auch die politische Förderung, die ihnen gebührt.

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